Schwedische Königin Silvia eröffnet Ausstellung über Josef Frank

Wien (OTS) - Königin Silvia von Schweden und die Frau des österreichischen Bundespräsidenten, Margit Fischer, eröffneten am Mittwoch im Beisein von Landtagspräsident Johann Hatzl, Vizebürgermeisterin Renate Brauner, IKG-Präsident Ariel Muzicant, Wien Holding-Direktor Peter Hanke und zahlreichen weiteren Ehrengästen die Ausstellung "Josef Frank. Architekt und Outsider" im Museum auf dem Judenplatz. Der Direktor des Jüdischen Museums Karl Albrecht-Weinberger würdigte Frank als einen der wichtigsten Architekten und Designer des 20. Jahrhunderts. Die von ihm gestalteten Einrichtungsgegenstände und Textilwaren zählen zu den Klassikern des europäischen Designs und werden auch heute noch geliebt und geschätzt. Die Erfolgsgeschichte Josef Franks nahm ihren Ausgangspunkt im Wien der letzten Jahrhundertwende. Wien wurde zu dieser Zeit von verschiedensten Kulturen - nicht zuletzt von der jüdischen - stark beeinflusst und war Kristallisationspunkt intellektueller und kultureller Kreativität. In Baden 1885 geboren, ging Frank nach Wien, um bei Carl König an der Technischen Hochschule Architektur zu studieren. Josef Frank ließ bald das traditionell orientierte Werk seines Lehrers hinter sich und wurde zum Vertreter einer kritischen Moderne. Wie viele seiner Mitstreiter kam Frank aus dem assimilierten jüdischen Bürgertum. Um 1913 realisierte er seine ersten Einfamilienhäuser und 1925 gründete er mit Oskar Wlach das Einrichtungshaus "Haus und Garten". Frank war Verfechter der "Siedlerbewegung". 1930-1932 wurde unter Franks Leitung die Wiener Werkbundsiedlung errichtet.****

Josef Frank emigrierte, getrieben vom ansteigenden antisemitischen Hass in Österreich, mit seiner schwedischen Ehefrau Anna 1933 nach Stockholm, wo er vor allem Möbel und Stoffe entwarf. Im Alter von fast fünfzig Jahren, wurde Frank von Estrid Erikson ein Designerposten bei Svenskt Tenn angeboten. Franks Zusammenarbeit mit Estrid Erikson sollte eine lebenslange und für seinen Erfolg entscheidende werden. Als Norwegen und Dänemark von Nazi-Deutschland besetzt wurden, verließen die Franks Europa, um in den Vereinigten Staaten zu leben und zu arbeiten. Mit dem Ende des Krieges 1946 kehrten sie nach Schweden zurück.

Das Jüdische Museum Wien präsentiert die Ausstellung "Josef Frank. Architekt und Outsider" in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Stockholm und mit freundlicher Unterstützung von Svenskt Tenn mit herausragenden Beispielen seiner Arbeiten als Architekt und Designer. Die Wiener Präsentation wird durch Arbeiten aus der Wiener Zeit ergänzt. Die Ausstellung wurde von einem Team des Jüdischen Museums Stockholm erarbeitet (Miriam Andersson Blecher, Kuratorin; Hedvig Hedqvist, Ausstellungs- und Katalogtexte; Gabriel Herdevall, Architekt und Ausstellungsdesigner; Gunilla Nordström, Archivar bei Svenskt Tenn und Yvonne Sörensen Björud, ehemalige Geschäftsführerin bei Svenskt Tenn). Die erweiterte Wiener Präsentation wird kuratorisch von Evi Fuks und gestalterisch von Conny Cossa betreut. Zur Ausstellung gibt es einen zweisprachigen Katalog (Englisch/Schwedisch) zum Preis von Euro 14.90,-.

Die Ausstellung "Josef Frank. Architekt und Outsider" ist von 22. November 2007 bis 20. Jänner 2008 im Museum Judenplatz (1010 Wien, Judenplatz 8) zu sehen. Die Außenstelle des zu den Kulturbetrieben der Wien Holding zählenden Jüdische Museum ist von Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4,-/2,50 Euro ermäßigt. Schulklassen haben freien Eintritt, Führungen und pädagogische Programme: Tel.:
+43-1-535 04 31-311, 312 bzw. kids.school@jmw.at .

o Weitere Informationen unter www.jmw.at/

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