Schmied zu Bildung: "Entwicklungs-Chancen der Kinder müssen im Zentrum stehen"

Bildungsministerin kündigt Schulgipfel zu "Arbeitsplatz Schule" an

Wien (SK) - Vor mehr als 250 interessierten ZuhörerInnen bekräftigte Bildungsministerin Claudia Schmied am Dienstagabend, dass die "Entwicklungs-Chancen unserer Kinder im Zentrum aller bildungspolitischen Überlegungen stehen müssen". Gleichermaßen wichtig sei es, "Schule so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen der SchülerInnen bestmöglich entspricht". Mit der Senkung der Klassenschüler-Höchstzahlen auf 25 und dem "pilotweisen Starten der Neuen Mittelschule" habe die SPÖ-geführte Regierung hier schon Einiges in Richtung stärkerer individueller Förderung erreicht. Für den 13. Dezember kündigte Schmied einen Schulgipfel an, bei dem die Schulpartner den Zwischenbericht der Expertenkommission diskutieren können. Zudem werde es Ende März nächsten Jahres einen weiteren Schulgipfel geben, der sich mit dem zentralen Thema "Arbeitsplatz Schule" auseinandersetzt, so Schmied in ihrem Vortrag "Bildungspolitik in Österreich". ****

Motto beider Schulgipfel sei es, "Betroffene zu Beteiligten" zu machen, so Schmied, die festhielt, dass man beim Thema "Arbeitsplatz Schule" - unter Einbeziehung der Sozialpartner und der parlamentarischen Bildungssprecher - etwa auch über die räumliche Situation (Ausgestaltung der Konferenzzimmer) reden müsse. Die Förderung individueller Talente und Begabungen sowie das Wecken von Neugierde und Freude seien wesentliche bildungspolitische Ziele, erklärte Schmied, die sich "froh und stolz" zeigte, dass sie die Verantwortung für die Schlüsselbereiche Bildung und Kultur innehabe. Es gebe in der Bildung noch viel zu tun, doch der "Einsatz zahlt sich aus", so Schmied.

Bildungspolitik endlich wieder ganz oben auf Agenda

Während in den vergangenen Jahren "zu wenig in Bildungspolitik investiert wurde, steht Bildungspolitik jetzt ganz oben auf der politischen Agenda", betonte Schmied. Es sei auch "hoch an der Zeit, das Bildungssystem weiterzuentwickeln und innovative Impulse zu setzen", so Schmied, die hier etwa auf die erfolgreich umgesetzte Maßnahme der Reduzierung der Klassenschüler-Höchstzahlen auf 25 verwies.

Breite Informationskampagne zu Neuer Mittelschule

Mit September 2008 starte dann die Neue Mittelschule in den Modellregionen - und das "von Anfang an unter wissenschaftlicher Begleitung", so Schmied. Neben einer speziellen Ausbildung der LehrerInnen an den Pädagogischen Hochschulen werde es auch eine breite und vertiefende Informationskampagne geben. So habe man eine eigene PR-Agentur beauftragt, "ganz gezielt Kommunikations- und Informationsarbeit" gerade auch in den ausgewählten NMS-Modellregionen durchzuführen. Entgegen der Schilderungen so mancher Funktionäre, gebe es seitens der LehrerInnen große Bereitschaft und viel Engagement bezüglich der Neuen Mittelschule, so Schmied, die sich hier auf zahlreiche Zuschriften bezog. Und es gebe auch bereits "Voranmeldungen" für die Neue Mittelschule, hielt Schmied fest. "Es ist wichtig, die Tür einen Spalt aufzumachen, weil wir frischen Wind und Dynamik dringend brauchen", bekräftigte die Bildungsministerin.

Ganztägige Betreuung forcieren, Lehre mit Matura ausbauen

Der Ausbau der ganztägigen Betreuung, das kostenfreie und altersunabhängige Nachholen aller formalen Ausbildungen sowie die Forcierung der Lehre mit Matura, seien weitere zentrale Ziele, die sie verfolge, erklärte Schmied. Schmied unterstrich überdies, dass sie für eine gemeinsame universitäre Ausbildung aller LehrerInnen sei - das wäre ein echter Fortschritt, weil dadurch "die Segmentierung der LehrerInnen auch im Interesse der SchülerInnen überwunden werden kann". Schmied regte hinsichtlich der Lehrerausbildung auch das Führen "eingehender Aufnahmsgespräche" sowie Orientierungsphasen während des Studiums an - schließlich prägten die LehrerInnen auch ganz entscheidend das jeweilige Schulprofil mit.

Politische Bildung an Schulen stärken - Gegen Indoktrination der SchülerInnen

Gerade vor dem Hintergrund der Herabsetzung des Wahlalters sei eine Stärkung der politischen Bildung und Demokratie-Entwicklung an den Schulen von zentraler Bedeutung. Angesichts jüngster, unschöner Vorfälle hielt Schmied auch fest, dass es gelte, sich mit dem Thema "PolitikerInnen an Schulen" zu beschäftigen, "um klarzustellen, dass SchülerInnen nicht indoktriniert werden". Sie werde hier eine Arbeitsgruppe beauftragen, "um dieses Thema besser zu regeln, als das heute ganz offensichtlich der Fall ist", ergänzte Schmied.

Jede Schule soll Kunstpartnerschaft eingehen

Die Bildungs-, Kunst- und Kulturministerin bekräftigte auch, dass sie sich wünscht, dass "jede Schule eine Kunstpartnerschaft eingeht". Entsprechende budgetäre Maßnahmen dazu seien geschaffen, so Schmied, die klarmachte, dass es bereits einzelne interessante Projekte hierzu gebe. Diese "einzelnen Glücksmomente sollen zum Standard werden", so Schmied. (Schluss) mb

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