Mietervereinigung: Aktuelle Studie lenkt von der ständig steigenden Nettomieten ab

Wien (SK) - Der Geschäftsführer der Österreichischen Mietervereinigung, Georg Niedermühlbichler, stellte am Samstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst einiges richtig, das in Folge der Präsentation einer Studie einer Unternehmensberaterfirma (Kreutzer Fischer & Partner) kolportiert wurde. Aus der Studie gehe hervor, dass die steigenden Wohnkosten insbesondere auf die Betriebs- und die Baukosten zurückzuführen seien.****

So wurden in der Studie die öffentlichen Abgaben (Müll, Wasser), der Jahre 1995 mit 2006 verglichen, wobei nicht nachvollziehbar ist, wie die Werte ermittelt wurden. "Da in Österreich gerade die öffentlichen Abgaben von Bundesland zu Bundesland schwanken, ist ein Durchschnittswert nicht sehr aussagekräftig", stellte Niedermühlbichler fest. "Faktum ist, dass die Anteile von Müll und Wasser in den Betriebskosten zwischen 10 und 15 Prozent liegen und daher selbst bei einem größeren Anstieg kaum als Erklärung für die monatliche Belastung von rund 875 Euro Wohnkosten herhalten kann", sagte Niedermühlbichler.

"Auch der Kunstgriff, die Wohnbauförderung für steigende Baukosten verantwortlich zu machen, erscheint mehr als fragwürdig", betonte Nidermühlbichler. Gerade im Bereich des Wohnbaus haben mit der Weiterentwicklung zu Niedrigenergiehäusern und dem Passivhausstandard neben den Baumaterialen auch die notwendigen Fachkenntnisse ihren Preis.

"Völlig unter den Tisch fallen lässt diese Studie hingegen einen tatsächlichen Preistreiber - die ständig steigenden Grundstückskosten, der auch zu steigenden Nettomieten führen muss, da die Liegenschaftseigentümer diese Kaufpreise ja wieder erwirtschaften müssen", stellte der Mieterschützer fest. So hat erst kürzlich die Arbeiterkammer aufgezeigt, dass im Schnitt derzeit rund 9 Euro netto pro m2 verlangt werden - Für Kategorie A Wohnungen betrug 1993 der Nettomietaufwand Euro 2,38. Der 1994 eingeführte Richtwert erlaubte sodann Mieten je Bundesland zwischen 3,34 Euro und 5,62 Euro.

In den letzten Jahren jedoch kam es zu einer immer schneller werdenden Mietenspirale. Aufgrund der spekulativen Mietensteigerungen stiegen auch die Grundstückspreise sodass hier ein Teufelskreis entstand. "Nur klare und nachvollziehbare Mietzinsgrenzen und ein ausreichendes Wohnungsangebot können hier dämpfend wirken", zeigte Niedermühlbichler auf.

"Der Vorschlag, Wohnbauförderungsmittel für den mehrgeschossigen Mietwohnbau zugunsten der privaten Einfamilienhäusern zu kürzen, ist sicherlich der falsche Weg und zeigt uns deutlich, in wessen Interesse diese Studie gemacht wurde", folgerte Niedermühlbichler. "Den privaten Einzelhausbesitzer, der in der Regel schon für die Errichtung des Hauses Fördermittel erhalten hat, für eine Wertsteigerung seiner Liegenschaft erneut Geldmittel zur Verfügung zu stellen, ist mit Sicherheit kein Ausweg aus dem Dilemma steigender Baukosten", so Niedermühlbichler zum Schluss. (Schluss) up

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