"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Zerreißprobe für ÖVP beginnt" (Von FRANK STAUD)

Ausgabe vom 17./18. November 2007

Innsbruck (OTS) - Herwig van Staa ist in seiner Rolle als Chef der Tiroler Volkspartei wahrlich nicht zu beneiden. Denn während sein niederösterreichisches Pendant Erwin Pröll bereits krampfhaft Umfragen lanciert, die suggerieren, dass die Absolute der ÖVP in St. Pölten bei der Wahl 2008 gefährdet sei, kann van Staa die Absolute bereits abhaken.

Alle Versuche, Fritz Dinkhauser von einer Kandidatur gegen die ÖVP abzubringen, dürften gescheitert sein. Somit müssen die Schwarzen wohl froh sein, wenn sie bei der Landtagswahl 2008 einen Vierer, sprich 40 %, anschreiben. Dinkhauser sind zumindest zehn Prozent zuzutrauen. Dabei wäre der streitbare AK-Präsident wohl mit ein wenig Fingerspitzengefühl zum Rückzug zu bewegen gewesen: Lösung des Problems Agrargemeinschaften und zwei frische Gesichter in der Landesregierung.

Doch van Staa wollte davon nichts wissen und legt es auf eine Konfrontation mit Dinkhauser an. Diese wird Tirol einen brutalen Wahlkampf mit vielen Untergriffen bescheren. Jeder gegen jeden lautet die Devise. Auch SPÖ, Grüne und FPÖ werden mit scharfen Geschützen auffahren, um nicht beim schwarz-schwarzen Duell unterzugehen.

Hauptbetroffen von dieser Zerreißprobe ist der Arbeitnehmerflügel der VP. Schon jetzt schießen sich Dinkhauser-Getreue wie Fritz Gurgiser voll auf die ÖVP ein. Der Hetzbrief von Gurgiser gegen VP-Manager Hannes Rauch an die AAB-Riege ist der beste Beweis. AAB-Chef Günther Platter wird weiter schweigen und hoffen, nach der Landtagswahl als lachender Dritter hervorzugehen. Wenn es da nicht zu spät ist, weil SPÖ-Chef Hannes Gschwentner lacht.

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