Wilhelm Exner Medaille 2007 an Dr. Wolfgang Zagler (3)

Der Österreichische Gewerbeverein ehrt den Spitzenforscher Zagler

Wien (OTS) - Sperrfrist: 18.11.2007 11:00
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Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) hat die Wilhelm Exner Medaille 2007 an Univ.-Prof. Dr. Wolfgang L. ZAGLER vergeben, ein gleichsam "maßgeschneiderter" Kandidat für diese Auszeichnung. In seiner Person vereinigt sich der Forscher und Ingenieur mit der Begabung im Bereich des Techniktransfers. Ihm ist ein Lesegerät, sowie Licht- und Farberkennungsgeräte für Blinde, verschiedene Arten von Braille Displays, Drucksysteme und Übersetzungssoftware für Blindenschrift, sowie das modulare System "AUTONOM" zur Kommunikation zu verdanken. Darüber hinaus zeigt sein sozialer Einsatz auch eine gelebte "Social Responsibility" und unterstreicht die Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Wertigkeit seiner Arbeit.

In der Person von Wolfgang ZAGLER vereint sich in bewundernswerter Weise ein hervorragender Techniker und Wissenschaftler, ein begabter Ökonom und vor allem ein Mensch mit sehr hoher sozialer Verantwortung und Kompetenz. Der Fokus seines so erfolgreichen Wirkens, für das er heute auch mit der Wilhelm Exner Medaille ausgezeichnet wird, ist die Rehabilitationstechnik.

Prof. Zagler, Jahrgang 1951, studierte an der TU Wien Elektrotechnik (Studienzweig Industrielle Elektronik und Regelungstechnik). Sein erfolgreiches Wirken begann eigentlich mit seiner Tätigkeit als Vertrags- und später Universitätsassistent am Institut für Allgemeine Elektrotechnik und Elektronik sowie der Übernahme eines Projektes zum Thema "Industrielle Mustererkennung". Durch die Arbeiten über automatische Schriftzeichenerkennung ergab sich das Projekt "Lesegerät für Blinde" und in der Folge die Möglichkeit zur Gründung einer eigenen Forschungsgruppe für Rehabilitationstechnik, kurz FORTEC, die Prof. Zagler seit 1986 auch leitet.

In dieser Forschungsgruppe für Rehabilitationstechnik wurde bereits eine Vielzahl technischer Hilfen für Sprech-, Hör-, Bewegungs- und mehrfach behinderte Personen sowie für alte und gebrechliche Menschen entwickelt. Das wesentliche Ziel von Prof. Zagler und seinem Team ist somit die Anwendung neuer Informationstechnologien für Menschen mit Behinderungen, wobei vor allem auch die Anliegen behinderter Menschen und die Möglichkeit der Unterstützung durch neue Technologien in der Öffentlichkeit bekannt gemacht und vertreten werden sollen.

In diesem Zusammenhang muss auch bewusst gemacht werden, dass Personen mit funktionalen Einschränkungen in ihrem täglichen Leben oft mit Barrieren konfrontiert sind. Das heißt, ihre gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft wird im wahrsten Sinne des Wortes behindert. Die Forschungsgruppe FORTEC erarbeitet vor allem innovative Konzepte und technische, meist software- und makroprozessor-basierte Hilfen, zur Überwindung von bestehenden Barrieren.

Auf Basis dieses Forschungs-Know-Hows, soll für Personen mit Behinderung - und vor allem auch für ältere Menschen - mehr Selbständigkeit, Autonomie und damit eine höhere Lebensqualität erreicht werden. Seit Bestehen der Arbeitsgruppe, wurde eine Vielzahl von sehr erfolgreichen Projekten auf dem Gebiet der technischen Hilfen abgewickelt, wobei anfänglich der Fokus auf Hilfestellungen für blinde und sehbehinderte Personen lag.

Als kleiner Abriss seiner erfolgreichen Projekte, seien hier aufgelistet: ein Lesegerät sowie Licht- und Farberkennungsgeräte für Blinde, verschiedene Arten von Braille Displays sowie Drucksysteme und Übersetzungssoftware für Blindenschrift, sowie das modulare System "AUTONOM" zur Kommunikation, Umgebungssteuerung und Ausführung von Sicherheitsfunktionen.

Seine hohe soziale Kompetenz und sein wirtschaftliches Verständnis bringt Prof. Zagler aber auch an anderer Stelle ein. So begleitete er 2006 die Firmengründung des TU Spin-offs "Treventus Mechatronics GmbH". Dabei achtete er sehr genau darauf, dass alle Hausaufgaben, die es für den Weg in die Selbständigkeit braucht, erledigt wurden -von der eingehenden Marktanalyse, über die patentrechtliche Absicherung bis zur Vermarktungsstrategie. Und ganz entscheidend:
Wolfgang Zagler trug auch die Produktidee dazu bei, nämlich den "ScanRobot". Dieser vollautomatische Scanner für Bücher wurde im Rahmen der Centrum der Büro- und Informationstechnik (CeBIT) 2007, in Hannover, mit dem ICT Grand Prize der EU prämiert. Die Abkürzung für ICT steht für "Information and Communication Technologies". Dieser Preis wird auch als "Nobelpreis für Informationstechnologie und Telekom" angesehen und ist mit Euro 200.000 dotiert. Um den Wert dieser Auszeichnung weiter zu veranschaulichen, möchte ich noch darauf hinweisen, dass sich um den Preis insgesamt 450 Unternehmen aus 30 Ländern beworben haben.

Nur als Nachtrag: Der ScanRobot ist ein modularer, vollautomatischer Buchscanner mit innovativer Blattwendeeinrichtung zur schonenden, kostengünstigen und effektiven Digitalisierung von gebundenen Dokumenten, wie z. B. Bücher, Hefte, Broschüren oder Zeitungen. Mit diesem ScanRobot können bis zu 40 Seiten pro Minute bearbeitet werden. Er eignet sich daher sowohl für den Bibliotheks-und Archivbereich als auch als Hilfsmittel für Menschen mit motorischen oder visuellen Behinderungen.

Die Darstellung zu den Leistungen von Prof. Zagler kann hier bruchstückhaft erfolgen, doch ist noch hinzufügen, dass er neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit und seinen technologischen Entwicklungsarbeiten ein national und international sehr begehrter Experte und Gutachter ist und bereits zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen für sein Wirken erhalten hat.

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