Dringender Appell der Filmbranche an die Politik: Mehr Gelder für Film- und TV-Förderung

"Alles andere bedeutet eine kulturelle Bankrotterklärung" - Informations-Kampagne läuft an

Wien (PWK886) - "Die heimische Filmbranche fordert die Bundesregierung auf: Ermöglichen Sie den Österreichern, für ihr Gebührengeld österreichische Filme zu sehen". Unter diesem Motto wurde heute, Freitag, eine Protestaktion gestartet, mit der die Filmbranche die Öffentlichkeit auf ihre schwierige Situation aufmerksam machen will. "Die ORF Finanzkrise reißt die gesamte österreichische Filmbranche mit. Alle Daten des Filmwirtschaftsberichts bestätigen: Der Zusammenbruch der österreichischen Filmbranche steht kurz bevor. Produktionsfirmen gehen in Konkurs oder kämpfen um ihre wirtschaftliche Existenz", erklärten Vertreter der Filmbranche, der Verbände der Filmindustrie und filmschaffende Kreative, in einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Zur Unterstützung ihrer Anliegen startet die Branche eine großangelegte Werbeaktion, kündigte der Geschäftsführer des Fachverbandes der Audiovisions- und Filmindustrie in der WKÖ, Werner Müller, aus diesem Anlass an. Einzelheiten dazu werden so Müller, laufend auf www.initiativefilmtv.at veröffentlicht.

Müller unterstrich die Dringlichkeit der Initiative mit der Tatsache, dass renommierte Produktionsfirmen vom Ausland aufgekauft werden und Filmschaffende in perkärsten Arbeitsverhältnissen leben müssen. "2.500 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel". Sollte sich die Situation nicht verbessern, stehen "die österreichische Identität, die Wertschöpfung und die Wahrnehmung Österreichs im In- und Ausland" auf dem Spiel.

Österreich habe man im ORF-Programm offenbar abgeschrieben. Die TV-Filme schrumpften von jährlich 20 (2001) auf 12 Produktionen im laufenden Jahr. ORF-Direktion und Stiftungsrat werden aufgefordert, umgehend in österreichische Identität zu investieren: "Alles andere bedeutet eine kulturelle Bankrotterklärung und das Ende des öffentlich-rechtlichen Rundfunks". Das Geld für Investitionen sei vorhanden. Von 700 Millionen Euro an Rundfunkgebühren erreichen 475 Millionen den ORF. Mit 225 Millionen "sponsert der Gebührenzahler den Finanzminister und die Länder, schmale 32 Millionen bleiben für die Film- und TV-Förderung."

Gefordert wird eine hundertprozentige Zweckwidmung aller Rundfunkgebühren und die gesetzliche Verpflichtung des ORF, diese Gelder in österreichische Filme, Serien und Dokus zu investieren, so Müller zusammenfassend. "Die Finanzierung ist machbar, das Geld vorhanden. Es braucht allen den politischen Willen, es zweckentsprechend zu verwenden". (hp)

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Dr. Werner MÜLLER
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