GPA-DJP-Katzian: Hysterischer Aufschrei über die Pensionserhöhungen unverständlich

Auch PensionistInnen haben jährlich höhere Belastungen

Wien ((GPA-DJP/ÖGB)) - "Der hysterische mediale Aufschrei der selbsternannten PensionsexpertInnen über die Erhöhung der Pensionen ist mir unverständlich. Dass die Pensionen heuer endlich einmal deutlicher erhöht werden als unbedingt vorgeschrieben, gefährdet sicher nicht das Pensionssystem. Im Gegenteil: Bei einer aktuellen Inflation von 2,8 Prozent im Oktober und einer Teuerungsrate bei den Lebensmitteln von 6,2 Prozent brauchen wir diese Erhöhung, wenn nicht immer mehr PensionistInnen unter die Armutsgefährdungsgrenze fallen sollen", reagierte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP), Wolfgang Katzian auf die aktuelle Pensionsdebatte. ++++

"Gerade diejenigen, die heute besonders laut schreien, haben scheinbar nichts anderes im Sinn als den Generationenvertrag zu untergraben und so das Feld für kapitalgedeckte Pensionssysteme aufzubereiten."

"Ich frage mich, wo die öffentliche Empörung geblieben ist, als die Pensionen jahrelang unter der Inflationsrate angepasst wurden und so laufend an Kaufkraft verloren haben", so Katzian weiter. "Wenn wir die Inlandsnachfrage nachhaltig beleben wollen, brauchen wir auch die Kaufkraft der PensionistInnen".

Im Dezember 2006 betrug die Höhe der Alterspensionen im Durchschnitt brutto 1.298 Euro bei den Männern und 768 Euro bei den Frauen. Damit liegen die Frauenpensionen deutlich unter der Armutsgrenze.

Im Vergleich zu anderen Leistungen des Sozialstaats sind Pensionen Bruttoleistungen, die auch besteuert werden. Ein erheblicher Teil der Erhöhung landet so am Ende wieder im Budget. Dazu kommt, dass auch PensionistInnen im kommenden Jahr höhere Krankenversicherungsbeiträge zahlen. Außerdem wurde in der Pensionsreform 2003 die erste Pensionsanpassung gestrichen. Wenn jemand in Pension geht, gibt es daher ein generelles Aussetzen bei der ersten Pensionserhöhung.

"Anstatt die Generationen unnötig gegeneinander auszuspielen, sollten wir uns lieber darüber Gedanken machen, wie wir zu mehr Gerechtigkeit im Steuersystem kommen. Gerade deshalb ist es auch wichtig, so früh wie möglich eine steuerliche Entlastung der Gehälter der aktiven ArbeitnehmerInnen herbei zu führen", so Katzian abschließend.

ÖGB, 16. November 2007 Nr. 681

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