Lokführerstreik in Deutschland: Österreichs Unternehmen fürchten Auswirkungen

"Es droht eine Abkehr der verladenden Wirtschaft von der Bahn" - Appell an die Besonnenheit der Verhandlungspartner

Wien (PWK885) - Die sich verschärfende Streiksituation in Deutschland bereitet der heimischen Wirtschaft Sorgen. Der jetzt als unbefristet ausgerufene Streik der Lokführer in Deutschland lasse befürchten, dass nun auch Österreich vermehrt Auswirkungen zu spüren bekommt.

"Deutschland ist einer unserer wichtigsten Handelspartner. Das von unseren Firmenaufgebaute Logistiknetz wird durch die Streikmaßnahmen empfindlich gestört", stellt der Geschäftsführer des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie in der WKÖ, Walter Linszbauer, dazu fest. "Speziell bei den Betrieben, die ihre Lieferungen auf den Bahnverkehr abgestimmt haben, sehen sich mit empfindlichen Störungen im Warenkreislauf konfrontiert. So bleiben beispielsweise Lieferungen für österreichische verarbeitende Betriebe oder auch Vorprodukte, die in der deutschen Automobilindustrie rechtzeitig benötigt werden, im wahrsten Sinn des Wortes auf der Strecke liegen", sorgt sich Manfred Engelmann, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie.

Zwar stehen die anderen Verkehrsträger bereit, termingebundene Bahnbeförderungen zu übernehmen, doch gibt es bei Lkw, Flugzeug und Schiff bereits Kapazitätsengpässe. "Die vorhandenen Kapazitätsgrenzen beschränken die Möglichkeiten, den Ausfall der Bahn in dieser wichtigen Handelsrelation vollständig aufzufangen", erklärt der Leiter der Verkehrspolitischen Abteilung, Michael Grubmann. In Deutschland werden derzeit von der DB im Güterverkehr keine Waren mehr angenommen. Lieferungen aus Österreich erfolgen derzeit weiterhin über die ÖBB, auch der Lkw wird als Alternative angenommen. Durch die mangelnden Kapazitäten steigen allerdings auch die Straßentransportpreise.

Grubmann appelliert an die Besonnenheit der Verhandlungspartner in Deutschland und an ihren Willen, ihre Meinungsverschiedenheiten nicht auf dem Rücken unbeteiligter Dritter auszufechten. "Das letzte, was wir brauchen, ist eine Abkehr der verladenden Wirtschaft von der Bahn, speziell im grenzüberschreitenden Ladungsverkehr. Diese Entwicklung droht, wenn sich eine Einigung lange hinauszögert". (hp)

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