Bures: "Gewalt in der Familie darf in keiner Form toleriert werden"

Frauenministerin stellt bei Steiermark-Tag Paket gegen Gewalt an Frauen vor

Wien (SK) - Im Rahmen ihres Steiermark-Besuchstages gemeinsam mit Staatssekretärin Heidrun Silhavy hat Frauenministerin Doris Bures in Graz ihr Paket gegen Gewalt an Frauen vorgestellt. Dieses sieht unter anderem mehr Geld für die Opferhilfe und eine Verbesserung der Gewaltschutzgesetze vor. "Gewalt in der Familie ist keine Randerscheinung. In Österreich werden tagtäglich 20 Gewalttäter von der Polizei aus dem gemeinsamen Haushalt weggewiesen. Opfer von Gewalt in der Familie sind meistens Frauen und Kinder", so Frauenministerin Doris Bures am Freitag. "Nicht wegschauen, sondern aufzeigen und vor allem: in keiner Form tolerieren", lautet ihre Devise. Frauenministerin Bures will mit mehr geld für Opferhilfe, Bewusstseinsarbeit und Hilfsangeboten der Gewalt an Frauen den Kampf ansagen. ****

In einem ersten Schritt hat Bures eine 60-prozentige Budgeterhöhung für die Gewaltschutzzentren erreicht (gemeinsam mit dem Innenminister plus 2,2 Mio. Euro). Ab Jänner soll keine Frau, die Opfer von Gewalt in der Familie geworden ist, unbetreut bleiben. Noch im Jahr 2006 waren 450 Frauen, die Opfer von familiärer Gewalt geworden sind, ohne professionelle Betreuung. Optimierung der Gesetzeslage Frauenministerin Doris Bures sieht in Justizministerin Maria Berger "eine Verbündete im Kampf gegen Gewalt an Frauen". Die Gewaltschutzgesetze sollen weiter verbessert werden, ein neuer Straftatbestand "langandauernde Gewaltbeziehungen" eingeführt und die einstweilige Verfügung von derzeit drei auf sechs Monate ausgeweitet werden (gerichtliche Ausweisung des Täters aus der Wohnung).

Frauen-Helpline gegen Männergewalt 0800/222 555

Gleichzeitig wird Frauenministerin Doris Bures die Bewusstseinsarbeit verstärken und die Frauen-Helpline gegen Männergewalt (0800/222 555) breiter bekannt machen. Gemeinsam mit dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser wird noch heuer diese erste Anlaufstelle für Gewaltopfer massiv beworben. Die Kampagne soll betroffenen Frauen Mut machen, aus einer Gewaltbeziehung auszubrechen und ihnen zeigen, dass sie Rechte haben und nicht im Stich gelassen werden.

Staatssekretärin Heidrun Silhavy hat als Initiatorin des Steiermark-Tages auf die hervorragende Arbeit der besuchten Einrichtungen hingewiesen. So sei es zum Beispiel sehr wichtig, dass die Gewaltschutzzentren auch immer mehr in den Regionen vertreten sind. Silhavy selbst plant eine Aktion, in deren Rahmen Frauen viel stärker in die Raumplanung miteinbezogen werden, denn bestimmte Räume werden geschlechterspezifisch unterschiedlich wahrgenommen -Stichworte Parkplätze, Tiefgaragen, Dunkelheit.

Frauenlandesrätin Bettina Vollath hat zahlreiche Gewaltpräventionsprojekte skizziert, die sie mit ihrem Ressort finanziell unterstützt. "Es braucht mehr Sensibilität und ausgeprägtes Bewusstsein dafür, dass Gewalt in der Familie kein Kavaliersdelikt ist. Wir brauchen Intervention und Prävention, dafür fördere ich zahlreiche Gewaltpräventionsprojekte", so Vollath.

Besucht wurde das Gewaltschutzzentrum Steiermark und das Montessori Kinderhaus der Volkshilfe in Graz. Im Gewaltschutzzentrum werden von Gewalt betroffene Frauen rechtlich und psychosozial betreut. Das Angebot reicht von kostenloser Rechtsberatung über die Hilfe beim Erstellen von Anträgen und Klagen bis hin zur Erstellung von individuellen Sicherheitsplänen, die Betreuung von mitbetroffenen Kindern, Krisenintervention und das Beistellen einer Psychotherapeutin. Das Montessori Kinderhaus der Volkshilfe in Graz bietet eine neue Form der Kinderbetreuung. "Groß und Klein unter einem Dach" lautet die Devise des Kinderhauses. Kleinkinder, Kindergartenkinder und Schulkinder verbringen hier gemeinsam ihre Zeit. Ziel ist es, einen Platz zu schaffen, in dem Kinder in einer Altersspanne von 1,5 Jahren bis Ende der Schulpflicht miteinander leben können.

Am Nachmittag steht noch der Besuch des beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrums Kapfenberg auf dem Programm. Das BBRZ kümmert sich erfolgreich um die Integration von Menschen mit körperlichen und/oder psychischen Einschränkungen bzw. Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten in das Berufsleben. Abgeschlossen wird der Steiermark-Tag von Frauenministerin Bures und Staatssekretärin Silhavy mit der Besichtigung des Volkshilfe Seniorenzentrums in Leoben. Das neu errichtete Senioren Wohn- und Pflegezentrum ist im September 2005 in Betrieb gegangen, bietet modernen Platz für 77 BewohnerInnen und ist auch für einkommensschwache Personen leistbar.(Schluss) up/mm

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