Tschad-Einsatz: Strache warnt vor extremer Sicherheitsgefährdung für österreichische Soldaten

FPÖ-Obmann kritisiert mangelhafte Ausrüstung und warnt vor Geiselnahmen

Wien (OTS) - FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache bekräftigte heute die freiheitlichen Warnungen vor dem Einsatz österreichischer Soldaten im Tschad. Deren Sicherheitsgefährdung sei in diesem vom Krieg gezeichneten Gebiet extrem hoch.

Der Kommandant des Streitkräfteführungskommandos, Generalleutnant Höfler, hätte Verteidigungsminister Darabos eigentlich vom Einsatz abraten müssen, meinte Strache. Denn der Einsatz erfolge überstürzt, die Ausbildungsphase vor dem Einsatz sei viel zu kurz. Für den Kosovoeinsatz habe die Ausbildung viel länger gedauert. Das Risiko für die österreichischen Soldaten sei außerdem viel zu hoch, betonte der FPÖ-Chef. Im Tschad herrsche de facto immer noch Krieg, es bestehe die Gefahr von Geiselnahmen.

Weiters sei die Ausrüstung völlig mangelhaft, kritisierte Strache. Der für das dortige Gebiet überhaupt nicht geeignete Puch-G-Geländewagen werde angeblich dergestalt aufgerüstet, dass man, um ihn "minensicher" zu machen, unten Gummimatten aufklebe. Im Kosovo hingegen, wo es de facto nur mehr Polizeieinsätze gebe, befinde sich der minensichere Fahrzeugtyp Dingo im Einsatz. Weiters sei zu vernehmen, dass der Puch-G mit Maschinengewehr-Lafetten ausgestattet werden solle. Hierzu würden die Scheiben und die Türen entfernt, wodurch es im Falle eines Feuergefechts keinerlei Schutz für die Fahrzeugbesatzung gebe.

Strache verwies weiters darauf, dass der Tschad früher eine französische Kolonie gewesen sei, wodurch die Gefahr einer Parteilichkeit der französischen Truppen bestehe. Diese könnte dann möglicherweise auch den Soldaten anderer teilnehmender Länder unterstellt werden, was zu einer Eskalation der Situation führen könne.

Verteidigungsminister Darabos müsse jetzt einmal erklären, wie er es verantworten könne, unsere Soldaten unter diesen inferioren Bedingungen nach Afrika zu schicken. Noch dazu finde der Einsatz in einer Zeit statt, in der das Ministerium in vielen Bereichen kopflos und führungslos sei. Leiter seien zum Teil gekündigt worden, viele Gruppen und Sektionen seien ausgeschrieben und noch nicht nachbesetzt worden.

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