Neues Volksblatt: "Fakten stellen" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 16. November 2007

Linz (OTS) - Widerspruch ist zwecklos, die Zahlen belegen es:
Österreich ist ein Einwanderungsland. Das lässt sich historisch betrachtet mit der kulturellen Vielfalt, die einst die Monarchie ausgemacht hat, verknüpfen - oder glaubt FPÖ-Chef Strache wirklich, dass Namen wie Kabas oder Vilimsky deutschen Landen entstammen? - und gilt heute ungebrochen. Mit der Verleugnung dieser Tatsache lässt sich vielleicht ein schales politisches Süppchen kochen. Ernsthafte Politik betreiben lässt sich so nicht. Denn sowohl in Hinblick auf die Demografie wie auch (mittelfristig) auf den Arbeitskräftebedarf der heimischen Wirtschaft wird Österreich auch weiter nicht ohne Zuwanderung auskommen. Abschottung und offenes Scheunentor führen Hand in Hand in die Irre. Die wahre Herausforderung der Politik liegt folglich nicht darin, Zuwanderung zu verhindern, sondern diese bestmöglich nach Österreichs Bedürfnissen zu gestalten. Und in der Folge für ein Optimum an Integrationschancen zu sorgen. Das wird zusätzliches Geld kosten. Jene demografischen Verschiebungen, die es ohne Zuwanderung gäbe, wären aber noch viel teurer. Auch das ist eine Wahrheit, der man sich stellen muss.

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