Wlodkowski: Nur politisch Kurzsichtige verteufeln biogene Treibstoffe

Biogene Treibstoffe sind kein Thema für Klassenkampf

Wien (OTS) - "Offenbar hat die Kanzler-Partei beim Thema biogene Treibstoffe jedes Augenmaß verloren: Anders ist nicht zu erklären, dass der vom Kanzler selbst eingesetzte Klimaschutz-Beauftragte die Beimischung von biogenen Treibstoffen einfrieren will und voll auf klimaschädliches Erdöl setzt. Auch die Kritik an der Brandrodung inhaltlich mit den Produktionsmethoden der heimischen Bauern in Verbindung zu bringen, zeugt nicht gerade von Expertenwissen. Und nur politisch Kurzsichtige können behaupten, dass steigende Lebensmittelpreise mit der Öko-Treibstofferzeugung zu tun haben. Denn für die Biotreibstoffproduktion werden in der EU-27 nur 1,5% der Getreideernte verwendet. Die witterungsbedingten Ertragseinbußen in diesem Jahr waren zehn Mal so hoch. Nicht Ökotreibstoff, sondern schwere Ernteeinbußen wegen anhaltender Trockenheit in den Kornkammern der Welt, die steigende Nachfrage nach Futter- und Lebensmitteln in den aufstrebenden Ländern Asiens, aber auch Spekulationen von Finanzinvestoren mit agrarischen Rohstoffpreisen haben diese Preissteigerungen ausgelöst", stellte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, fest und ergänzte: "Ich würde mir statt Ideologie und Parteipolemik harte Arbeit in Sachen Klimaschutz wünschen. Denn angesichts der negativen Auswirkungen des Klimawandels zählt jede Minute."

Biogene Treibstoffe im Sinne der Versorgungssicherheit

"Der größte Teil der fossilen Energie kommt aus politisch unstabilen Regionen. Wer also auf biogene Treibstoffe aus dem eigenen Land setzt, verringert die Auslandsabhängigkeit Österreichs, stärkt die Versorgungssicherheit und schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Inland. Angesichts einer rasanten Ölpreisspirale nach oben nicht auf heimische Alternativen zu setzen, ist nahezu fahrlässig. Kehren wir zur fachlichen Diskussion zurück und lassen wir die Kirche im Dorf. Österreich und die EU haben genügend Flächen, Nahrungsmittel und Bioenergie gleichzeitig zu erzeugen. Die Produktivitätssteigerung und die aufgehobene Flächenstilllegung schaffen genügend Kapazitäten", stellte Wlodkowski weiter fest.

Kein Thema für Klassenkampf

"Biogene Treibstoffe eignen sich ganz schlecht für einen altbackenen Klassenkampf, wie ihn derzeit die Arbeiterkammer pflegt. Ein kleiner Blick in die Anbaustatistik hätte gezeigt, dass bei einer landwirtschaftlichen Ackerfläche von ca. 1,4 Mio. ha in Österreich nur rund 100.000 ha für Ölsaaten angebaut worden sind, wovon drei Viertel ohnehin in die Nahrungsmittelproduktion gehen. So eine Öko-Treibstoffmenge hat keinerlei Einfluss auf die Lebensmittelpreise. Wenn man darüber hinaus weiß, dass die Österreicher doppelt so viel Geld für Lotto und Toto ausgeben, wie für Milch und Eier zusammen, dann sieht man, dass die Versorgungssicherheit mit leistbaren Nahrungsmittel bei uns sehr ausgeprägt ist und die Bauern keinerlei Nachhilfe der Arbeiterkammer bedürfen", so Wlodkowski.
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