Weltenergiemärkte im Umbruch

Rohöl wird knapp Kernkraft und Kohle führen in die Energie-Sackgasse. Energieversorgung muss im 21. Jahrhundert von den Grundsätzen "Effizient und Erneuerbar" geprägt sein.

Graz (OTS) - Rohölpreise steigen bald auf 150 Dollar pro Fass

"Vor dem Hintergrund explodierender Ölpreise, einer weiter steigenden Nachfrage nach Rohöl aber gleichzeitig schrumpfender Reserven sowie des fortschreitenden Klimawandels stehen die Weltenergiemärkte vor einem Umbruch", unterstreicht Heinz Kopetz, Präsident des Europäischen Biomasseverbandes. Und weiter: "Ein mehr oder weniger stagnierendes und bald rückläufiges Anbot an Erdöl auf dem Weltmarkt und eine weiter steigende kaufkräftige Nachfrage nach Öl werden dazu führen, dass in einigen Jahren mit Rohöl-Preisen von bis zu 150 Dollar je Fass und mehr zu rechnen sein wird. Die Preise für Erdgas werden zeitlich verzögert diesem Preisniveau folgen".

Flucht in Richtung Kohle und Kernkraft kein Ausweg. Fossile Energieversorgung führt in Sackgasse

"Die Flucht in Richtung Kohle oder Kernkraft ist kein Ausweg", so Kopetz. Denn: "Die Kernkraft steht - abgesehen von dem Umweltrisiko - vor den gleichen Ressourcenproblemen wie Öl. Und: Die verstärkte Nutzung von Kohle heizt den Klimawandel noch weiter an". Daher wird es zu einem Wettlauf und Wettringen um die letzten günstigen Reserven von Öl und Gas kommen. Kopetz: "Österreich als kleines Land hat in diesem Wettrennen um Öl- und Gasfelder eine schwache Position und wird in Europa wegen der steigenden C02-Emissionen zunehmend unter Druck kommen. Der weitere Ausbau einer fossil dominierten Energieversorgung führt in eine Sackgasse".

Das Energiesystem der Zukunft: Effizient und erneuerbar

"Das Energiesystem des 21. Jahrhunderts muss daher von den Grundsätzen "Effizient und erneuerbar" geprägt sein", betont Heinz Kopetz. Und: "Je schneller Österreich sein Energiesystem nach diesen Grundsätzen umbaut, umso besser wird unser Land die künftigen Turbulenzen auf den Energiemärkten meistern".

Mitteleuropäische Biomassekonferenz 2008 in Graz: Möglichkeiten und Grenzen der Bioenergie

Europäisch gesehen deckt derzeit die Bioenergie zwei Drittel aller erneuerbaren Energien ab, in Österreich sind es etwa 50 Prozent. Bei der Mitteleuropäischen Biomassekonferenz 2008 geht es darum, neue Entwicklungen, neue Technologien, neue Erfahrungen in der Nutzung der Bioenergie bekannt zu machen. Gleichzeitig die Möglichkeiten und Grenzen der Biomasse aufzuzeigen und die Positionierung der Biomasse im künftigen Energiesystem zu erarbeiten. Die Veranstalter hoffen, dass viele Fachleute aus der Steiermark und aus Österreich teilnehmen und natürlich zahlreiche Gäste, vor allem aus Mitteleuropa.

Folgerungen für die Klima- und Energiepolitik in Österreich und der Steiermark bei Wärme und Strom

Für eine sichere Wärmeversorgung nach den Grundsätzen "Effizient und Erneuerbar" verlangt Kopetz folgende Prioritäten und Weichenstellungen:

  • Isolieren und damit Bedarf senken
  • An Fernwärme anschließen, wenn möglich
  • Auf Biomasse (Pellets, Brennholz, Hackgut) umsteigen und so Öl, Gas oder Strom ersetzen
  • Solarkollektoren einsetzen zur Warmwasserbereitung und zum teilsolaren Heizen
  • Wer so investiert, entgeht den künftigen exorbitanten Preiserhöhungen und vermeidet darüber hinaus CO2-Emissionen. Eine zusätzliche, österreichweite Fördermaßnahme ist notwendig, um die Umstellung in diese Richtung wesentlich zu beschleunigen.

Und für eine sichere Stromversorgung:

  • gesetzliche Maßnahmen, um Strom zu sparen und Effizienzverbesserungen in der Erzeugung zu erreichen
  • "Ökostromgesetz neu", Forcierung von Strom aus Wind, Wasserkraft und kleinen Biomasseanlagen mit Kraft-Wärmekopplung ohne bürokratische Deckelung wie im aktuellen Ökostromgesetz, Sicherung der bestehenden Anlagen durch Rohstoffbonus
  • Kalorische Kraftwerke zur Versorgungssicherung nur im Rahmen eines Konzeptes zur Reduktion der C02-Emissionen um 30 Prozent gemäß EU-Vorgabe.

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