Grüne Wien: Winterdienst - Salzstreuung führt zu großen Umweltschäden

Maresch: Umstieg ist umweltpolitisch falscher Weg

Wien (OTS) - Seit 2003, darf durch die Winterdienstverordnung auch wieder Salz in höherem Ausmaß gestreut werden. Dadurch wurde aber die Feinstaubbelastung der Wiener Bevölkerung nicht deutlich verringert und stattdessen wurden gleichzeitig neue Umweltprobleme geschaffen, zeigt sich Rüdiger Maresch, Umweltsprecher der Grünen Wien empört.

Wie unzählige Beschwerden belegen sei der über Wochen liegenbleibende Streusplitt Verursacher von hohen Feinstaubwerten und von unzumutbaren Beeinträchtigungen für die WienerInnen. Letztes Jahr war die Situation aufgrund des außergewöhnlichen Wetters besser. Schuld an dieser Misere seien aber keineswegs nur die privaten Hauseigentümer wie Sima das darstelle, so Maresch.

Tatsächlich lagen gerade auf den Gehsteigen vor öffentlichen Amtshäusern oft Unmengen von Splitt, berichtet der Grüne Umweltsprecher. Die seit 2003 wieder erlaubte Salzstreuung habe nun zu vielen weiteren Problemen geführt, da Salz immer weiter auch bei Grünflächen eingesetzt wird und so massiv Pflanzen und Bäume schädigt.

"Tatsächlich existierten aber sehr wohl tierschutz- und umweltverträgliche Alternativen", verweist Maresch auf das Modell des deutschen Umweltbundesamtes: Das Konzept des "differenzierten Winterdienstes". Dabei gehe es darum, Tausalz und Streumittel möglichst sparsam einzusetzen. Zum Beispiel schlage das deutsche Umweltbundesamt vor, auf Nebenstraßen überhaupt nicht zu streuen und verweise, darauf, dass dies zu keiner erhöhten Unfallhäufigkeit führe. Ebenso sollten Gehwege und Radwege salzfrei gehalten werden. "Ein Salzeinsatz ist ausschließlich auf besonders gefährlichen Straßenabschnitten wie starken Steigungen und verkehrsreichen Kreuzungen notwendig und sinnvoll", betont Maresch. Begleitend sei auch eine Winterreifenpflicht vorzuschreiben.

Streusalz führe tatsächlich zu massiven Schäden im Boden, an Bäumen, Sträuchern sowie auch an Brücken und Fahrzeugen. Streusplitt sei verantwortlich für eine hohe Gesundheitsbelastung der Bevölkerung. Die einzige Alternative sei den Streumitteleinsatz total zu minimieren. "Doch leider haben Umweltschutz- und Tierschutzanliegen unter der SPÖ-Stadtregierung nicht den notwendigen Stellenwert", kritisiert der Grüne Umweltsprecher die Praxis des Winterdienstes in Wien.

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