Dorner kritisiert Benachteiligung ärztlicher Gutachter

ÖÄK-Präsident: "Leistungsgerechte Honorierung wie bei anderen Berufen nur recht und billig"

Wien (OTS) - Eine "untragbare Benachteiligung von Ärztinnen und Ärzten gegenüber anderen Berufen" sieht ÖÄK-Präsident Walter Dorner in der geplanten Novelle des so genannten Gebührenanspruchsgesetzes. Danach sind - anders als bei Gutachtern anderer Berufe - auch weiterhin fixe, vom jeweiligen Zeit- und Rechercheaufwand unabhängige Honorare für ärztliche Gutachter und im Vergleich zur derzeitigen Regelung sogar finanzielle Verschlechterungen bei den Honoraren vorgesehen. "Das ist eine durch nichts begründete, krasse Ungleichbehandlung und angesichts des rasanten medizinischen Fortschritts, der hohen Spezialisierung ärztlicher Experten und des immer größeren Aufwands bei der Erstellung ärztlicher Gutachten unverständlich, unsachlich und in höchstem Maße ungerecht", kritisierte Dorner in einer Aussendung am Donnerstag.

Der ÖÄK-Präsident machte darauf aufmerksam, dass ärztliche Gutachten bei der Beurteilung gerichtsanhängiger Fälle eine immer größere Rolle spielten. "Eine leistungsgerechte Honorierung ist daher nur recht und billig. Falls sich die Situation nicht ändert, werden die Gerichte bald keine ärztlichen Gutachter mehr finden und die Länge von Verfahren deutlich steigen", warnte Dorner. Der ÖÄK-Präsident verwies dabei auch auf die gestiegenen Kosten der Ärztinnen und Ärzte durch qualitätssichernde Maßnahmen. Außerdem müssten Ärztinnen und Ärzte nicht selten in finanzielle Vorleistung treten, was bisher ebenfalls nicht berücksichtigt worden sei und eine schwierigere Ausgangssituation gegenüber anderen Berufen darstelle.

Dorner fordert eine umgehende Änderung der Montag vorgelegten Novelle, mit dem Ziel einer Gleichstellung der Ärztinnen und Ärzte gegenüber anderen Berufen. Konkret bedeutet dies eine Streichung des Paragraphen 43 des Gebührenanspruchsgesetzes, in welchem die Entlohnung der ärztlichen Sachverständigen und Gerichtsmediziner geregelt ist. Konkret müsse sich die Honorierung nach der Länge der Bearbeitungszeit und der jeweiligen Mühe bei der Bearbeitung richten.

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