Flemming: Integration ausländischer Familien hat bisher ältere Migranten vernachlässigt

Die Integration ausländischer Familien kann nicht gelingen, wenn man nur bei den Kindern ansetzt, und die ältere Generation - vor allem die Großelterngeneration - nicht beachtet.

Wien (OTS) - Diese Erkenntnis hat auch die europäische Integrationskonferenz "Integrating Cities II" in Mailand vor wenigen Tagen ganz klar erbracht. Dies erklärte die Vize-Präsidentin der Europäischen Seniorenunion und Europa-Beauftragte des Österreichischen Seniorenbundes Dr. Marilies Flemming, die bei dieser Europakonferenz einen Workshop leitete.

Wie soll die Integration von Kindern gelingen, wenn zuhause die erziehende Mutter oder die Großeltern nicht nur nicht die Sprache des aufnehmenden Landes sprechen, sondern auch weitgehend abgeschirmt von den kulturellen Gegebenheiten des neuen Heimatlandes leben? In allen europäischen Städten hat man bisher den Fehler gemacht, sich gerade um die Großelterngeneration der ausländischen Kinder nicht zu bemühen. Aber auch die Mütter werden in vielen europäischen Städten oft alleine gelassen.

Migrantinnen sind stärker problematischen Lebenslagen ausgesetzt als männliche Zuwanderer und eine zukünftige Integrationspolitik wird stärker darauf Bezug nehmen müssen. auch hier zeigt sich die doppelte Benachteiligung von Frauen. Sie haben einerseits jene Benachteiligungen, unter denen alle Frauen zu leiden haben und andererseits sind sie Angehörige einer als fremd definierten Gruppe. Viele Frauen müssen den gesellschaftlichen Konflikt zwischen einer modernen und einer traditionsbewussten Frauenrolle für sich lösen. Spezifische Problembereiche sind häusliche Gewalt, die Folgen gescheiteter bi-kultureller Ehen, Frauenhandel, Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung.

Es sei, so Flemming, hoch an der Zeit Sprachkurse speziell für ältere Menschen anzubieten und vor allem den Frauen von Einwanderern Hilfe anzubieten, die in Österreich - wie in allen europäischen Staaten - in der Verfassung und den einschlägigen Gesetzen längst verankerte Gleichberechtigung auch leben zu dürfen.

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