Sima: Wien ist für den Winter bestens gerüstet

MA 48 mit bis zu 1.400 Mitarbeitern und mehr als 400 Fahrzeugen im Einsatz gegen Eis und Schnee

Wien (OTS) - Nach ersten Vorboten am vergangenen Wochenende hält der Winter ab Donnerstag endgültig auch in Wien Einzug. Die Experten prognostizierten anhaltende Schneefälle, die fallenden Temperaturen sorgen dafür, dass der Schnee erstmals in der heurigen Wintersaison auch liegen bleibt. "Die Planungen für den Ernstfall hat der Winterdienst der MA 48 natürlich längst erledigt", betonte Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima, "aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen hat die MA 48 ihr Winterdienst-Konzept weiter verfeinert und den Einsatz moderner Technologien weiter voran getrieben. Wien ist für den winterlichen Ernstfall jedenfalls bestens gerüstet." Die MA 48 setzt im Kampf gegen Schnee und Eis seit Jahren auf eine optimierte Feuchtsalz-Technologie. Sima: "Diese Technologie hat sich in den vergangenen Jahren bestens bewährt und reduzierte die erforderlichen Salz- und Splittmengen deutlich. Das schont Boden, Pflanzen und Grundwasser und sorgt - Stichwort Feinstaub - für eine bessere Luftqualität. Wir haben mit der Winterdienst-Verordnung einen tragfähigen Kompromiss zwischen der Sicherheit für Fußgänger und Autofahrer einerseits und dem nachhaltigen Schutz der Umwelt andererseits gefunden."

Weniger Splitt auf Wiens Straßen

Dass die Bemühungen um eine Reduktion des Streuguts auf Wiens Straßen durch den Einsatz der Feuchtsalz-Technologie erfolgreich war, zeigt folgender Vergleich: Der Winter 1997/98 war ähnlich mild wie in der vergangenen Saison, an 11 Tagen mit Schneefall (2006/07: 9 Tage) fielen insgesamt 16 Zentimeter Schnee (13 Zentimeter in der Vorsaison). Vor 10 Jahren streute die MA 48 aber noch mehr als 7.760 Tonnen Splitt - im Vergleich zu den 1.304 Tonnen in der Vorsaison fast die sechsfache Menge! Die optimierte Feuchtsalz-Technologie führte dazu, dass gleichzeitig auch die Salzmenge von 2.818 Tonnen in der Saison 1997/98 auf 2.740 Tonnen im Vorjahr reduziert werden konnte.

MA 48 - WINTERDIENSTBILANZ Saison 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 Tage mit Schneefall 25 24 42 44 9 Schneehöhe in cm 59 118 108 85 13 Streusplitt in t 33.530 28.174 17.515 16.499 1.304 Salz in t 10.233 13.959 12.106 16.031 2.740

Zur Reduktion der Staub-Belastung sieht die geltende Wiener Winterdienst-Verordnung ein rasches Einkehren des Streusplitts dann vor, wenn er für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer nicht mehr erforderlich ist. Auch dabei wirbelt die 48er wenig Staub auf, denn die 91 Kehrmaschinen und -geräte befeuchten die Straße vor dem Einkehren. Durch den Einsatz von Sole kann das Einkehren selbst bei leichten Minusgraden erfolgen.

Für Ärger in der Bevölkerung sorgten in der Vergangenheit häufig die mangelhafte Räumung von Gehsteigen und vor allem das lange Liegenlassen des Streusplitts - auch wenn er nicht mehr nötig war. "Für das Räumen der Gehsteige bzw. das Entfernen des Splitts sind die Hauseigentümer bzw. die von ihnen beauftragten Firmen zuständig", erläuterte Umweltstadträtin Sima: "Ich erwarte mir, dass alle Betroffenen die geltenden Regeln einhalten." Das - auch mehrmalige -Einkehren von Splitt während eines Winters sei nicht nur der MA 48 zumutbar, sondern auch den Privatfirmen, so Sima: "Es kann nicht sein, dass sie Wien in einen Splittfriedhof verwandeln."

Menschen und Maschinen

"Trotz des milden Winters im Vorjahr haben wir das Schneeräumen nicht verlernt", betonte MA 48-Chef Dipl.-Ing. Josef Thon. Rund 1.400 KämpferInnen gegen Eis und Schnee können in Spitzenzeiten mobilisiert werden. Das Straßennetz, das die MA 48 im Winterdienst zu betreuen hat, ist 2.800 Kilometer bzw. 6.000 Fahrstreifenkilometer lang, die zu betreuende Fahrbahnfläche beträgt rund 23 Millionen Quadratmeter. Weiters stehen insgesamt 433 Fahrzeuge zur Verfügung, davon 295 von der MA 48: 79 Großfahrzeuge (weitere 13 in Reserve) des MA 48-Fuhrparks und 138 Fahrzeuge privater Partner sind bei Bedarf rund um die Uhr unterwegs. Für Nebenstraßen und enge Gassen kann die Straßenreinigung der MA 48 Klein-Lkw und Traktoren einsetzen, insgesamt 179 Fahrzeuge und 24 Kleinlader. Die Abfolge der Betreuung der einzelnen Straßenzüge erfolgt nach einem genauen Plan, der jährlich überarbeitet wird. Jede/r MitarbeiterIn weiß also ganz genau, was wann zu tun ist. Die Pläne sind nach Prioritäten und in Abstimmung mit den Wiener Linien erstellt worden. Auch Hinweise der Polizei und der Autofahrerklubs werden in die Winterdienstplanung einbezogen.

"Das beste Konzept nützt aber nichts, wenn der Schneepflug hinter einem hängen gebliebenen Fahrzeug im Stau steckt", sagt MA 48-Chef Thon. Er appelliert an die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer: "Adäquates Schuhwerk bei Fußgängern und Winterreifen an den Fahrzeugen sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Sind Witterungs- und Fahrbahnverhältnisse ungünstig, ist der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel die beste Alternative." Nicht zuletzt, so Thon, kann falsche Ausrüstung nicht nur zu Verletzungen, sondern auch zum Verlust des Versicherungsschutzes und damit zu massiven Kosten für den Betroffenen führen.

Wissen, wie das Wetter wird

Zur optimalen Einsatzplanung sind möglichst exakte Wettervorhersagen nötig: In der Einsatzzentrale der MA 48 gehen mindestens fünf Mal täglich die aktuellen Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik und des Flugwetterservices der Austro Control ein. Darüber hinaus bezieht die 48er Wetterinformationen des Bundesheeres und des Wetterradars/Eumetsat. Die neun Glättewarnanlagen der MA 48 runden das Bild zusätzlich ab. Den Winterdienstleitern der MA 48 steht damit eine umfassende Datenbasis zur Verfügung, auf deren Grundlage sie die Einsätze exakt vorausplanen können.

Optimale Logistik bei Streumitteln

Bei der Lagerhaltung von Salz und Splitt geht die MA 48 auf Nummer Sicher. "Im schneereichen Winter 2005/06 gab es in ganz Österreich Lieferengpässe bei Streusalz", so 48er-Chef Thon, "fix zugesagte Lieferungen konnten zum Teil nicht eingehalten werden." Die MA 48 hatte zwar auch damals genügend Streumittel auf Lager, die Kapazitäten wurden seither aber weiter ausgebaut. In vier großen Depots lagert mehr Streugut als die MA 48 in einem durchschnittlichen Winter verbraucht. Zum Nachladen können die Winterdienstfahrzeuge 18 dezentral über die Stadt verteilte Lagerplätze anfahren, auf denen 37 Salzsilos zur Verfügung stehen. Deren Inhalt wird automatisch gemessen, die Daten laufen in der Einsatzzentrale der MA 48 zusammen, wo eventuell nötige Nachfüllungen veranlasst werden. Damit ist eine permanente flächendeckende Versorgung mit Streugut für alle Winterdienst-Fahrzeuge garantiert.

Wer räumt wo?

Gehsteige sind laut Straßenverordnung vom jeweiligen Liegenschaftseigentümer zu betreuen, die Hausbesitzer sind also dafür verantwortlich. Die MA 48 ist für den Winterdienst auf allen Wiener Straßen mit Ausnahme von Autobahnen und Privatstraßen verantwortlich. Zusätzlich hat die MA 48 rund 26.000 Straßenübergänge für FußgängerInnen zu betreuen. Im Haltestellenbereich von öffentlichen Verkehrsmitteln sind die jeweiligen Betreiber und die AnrainerInnen zuständig. (Schluss) wög

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