Kassenverhandlungen: Ärztekammer unbeeindruckt von WGKK-Finanzmisere

Steinhart hält Forderungen nach mehr Kassenplanstellen aufrecht

Wien (OTS) - Unberührt von der Misere rund um die finanzielle Situation der Wiener Gebietskrankenkasse zeigt sich Johannes Steinhart, Vizepräsident der Ärztekammer für Wien und Verhandlungsführer, kurz vor der zweiten Verhandlungsrunde morgen, Freitag: "Unsere Forderungen, insbesondere nach 80 zusätzlichen Planstellen für fachärztliche Gruppenpraxen, bleiben natürlich aufrecht." Die Verantwortung, das "finanzielle Loch der Kasse zu stopfen", liege nicht bei den Wiener Ärztinnen und Ärzten, sondern bei der Politik, die dieser Aufgabe auch dringend nachkommen müsse, so Steinhart.

In Anlehnung an den jüngsten Rechnungshofbericht zum "Vergleich Wiener Gebietskrankenkasse und Oberösterreichische Gebietskrankenkasse" fordert Steinhart, die gesetzlichen Voraussetzungen dringend dahingehend zu regeln, dass die Versorgung der Patientinnen und Patienten sowie auch die Finanzierung der ärztlichen Leistungen in der Bundeshauptstadt gewährleistet bleibt.

Schließlich habe sich gezeigt, dass die "verfahrene finanzielle Situation" in der Wiener Kasse insbesondere durch gesetzliche Maßnahmen von Regierung und Parlament entstanden sei. "Die Verantwortlichen müssen sich nun endlich ihrer Verantwortung stellen und dafür sorgen, dass die Kasse eine massive Finanzspritze erhält" springt Steinhart für die Gebietskrankenkasse in die Bresche. Schließlich gelte es, die medizinische Versorgung der Wiener Bevölkerung nicht nur aufrecht zu halten, sondern permanent auch zu verbessern.

Fachärztemangel auch in Oberösterreich

Auch in Oberösterreich, dessen Gebietskrankenkasse vom Rechnungshof durchaus positive Noten ausgestellt wurde, ist die fachärztliche Versorgung jüngst öffentlicher Anstoß zur Kritik gewesen. Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer kritisierte, dass es in seinem Bundesland zu wenig Fachärzte, vor allem Zahnärzte, Internisten, Chirurgen, Radiologen und Kinderärzte gebe. Die Einsparungen bei der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse hätten dem Rechnungshofbericht zufolge zwar zu einer positiven Finanzgebarung geführt, aber "was haben denn die Patientinnen und Patienten davon, wenn das Angebot an Fachärzten mit Kassenvertrag mehr und mehr eingeschränkt wird?", fragt sich Steinhart.

"Unsere Patientinnen und Patienten haben ein Recht darauf, dass das ambulante Versorgungsangebot permanent verbessert und ihren Bedürfnissen angepasst wird", begründet Steinhart seine Forderung nach 80 zusätzlichen Kassenplanstellen. Man werde auch die Restriktionen im Rahmen der Bewilligungen von physikalischen Leistungen wieder ansprechen, da man hier endlich eine Lösung im Sinne aller Beteiligten finden müsse.

"Meine Erwartungen für die zweite Verhandlungsrunde sind den Umständen entsprechend niedrig gehalten", betont Steinhart. Dennoch werde sich die Ärztekammer um ein konstruktives Verhandlungsklima bemühen. (kp)

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