"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Pensionszuckerl und saure Drops" (Von Alois Vahrner)

Ausgabe vom 13. November 2007

Innsbruck (OTS) - Bei der Wirtschaft zulangen zu wollen (Stichwort höhere Kaufkraft), aber Beamte und vor allem zwei Millionen Pensionisten mit einer Mini-Erhöhung abzuspeisen, war undenkbar. Das war wohl auch Sozialminister Buchinger klar, der mit seiner Forderung nach einer Lohnerhöhung von mindestens 4 Prozent Schlagzeilen machte.

Die Pensionskommission wollte den Pensionisten heuer nur eine Erhöhung um 1,7 Prozent servieren. Bei einer Inflationsrate von zuletzt 2,1 Prozent hätte das nichts anderes als eine reale Pensionskürzung bedeutet. Zumal sehr viele Pensionisten ihre Ausgaben mit Essen, Energie, Wohnen und Gesundheit meist gerade dort haben, wo die Preise derzeit am kräftigsten nach oben schießen.

Das nunmehr ausgehandelte Pensionspaket war ebenso absehbar wie logisch: mehr Erhöhung für kleine Pensionen, weniger für höhere. Das Paket kostet den Bund fast 700 Millionen Euro, was angesichts der sprudelnden Steuereinnahmen heuer machbar sein sollte. Dazu werden noch einige hundert Zusatzmillionen für die Beamten kommen.

Das süße Pensionszuckerl für 2008 ist verteilt, die sauren Drops werden leider folgen. Viele davon kommen ohnehin schleichend mit den bereits beschlossenen Pensionsreformen. Und diesen werden mit Garantie weitere folgen (müssen). Dafür sorgt die steigende Lebenserwartung bei gleichzeitig viel zu niedrigen Geburtenzahlen. Auch wenn die Lebenserwartung bereits klar über 80 Jahren liegt und Richtung 90 geht, verabschieden sich die Österreicher weiterhin im Schnitt mit 58 in die Pension. So ist das Pensionssystem auf Sicht unfinanzierbar.

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