ÖSTERREICH: Marin kritisiert Pensionserhöhung

"Dauerzusage ohne dauerhafte Bedeckung"

Wien (OTS) - Der Sozialexperte Bernd Marin kritisiert die jüngste Pensionseinigung der Regierung. Aus Sicht des Fachmanns fällt das Plus zu hoch aus und wird auch in den kommenden Jahren das Budget zu sehr belasten, wie er im Gespräch mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Mittwoch-Ausgabe) sagte. Marin: "1,7 Prozent wären zu finanzieren, alles darüber hinaus sind Extrawürste, wenngleich bei den Ärmsten lebensnotwendige. Ich sehe Dauerzusagen ohne dauerhafte Bedeckung."

Marin hat zwar Verständnis für den Druck, den die Pensionistenlobby auf die Regierung ausübt, warnt aber vor den Folgen: "Fast 2 Millionen Pensionisten sind eine wahlentscheidende Lobby. Ich verstehe, dass die Regierung unter Druck steht. Die Frage ist nur, wer zahlt die Rechnung. Es ist eine kühne Erwartung, dass die Berufstätigen und Jungen auf Dauer hohe Beitragslücken schließen."

Und der Sozialexperte warnt vor einer Verwässerung der gesetzlichen Bestimmung, wonach der Großteil der Pensionen im Ausmaß der Inflation angepasst, höhere nur um eine Fixbetrag angehoben werden: " Das Gesetz gilt wenn überhaupt nur noch für höhere Pensionen. Das kann man einmal machen oder zweimal. Aber wenn man das laufend macht, geht die Sozialversicherung verloren in Richtung Volkspension, die keiner will."

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