AK Wien Vollversammlung für erleichterten Maturazugang für Lehrlinge und FachschülerInnen und erwachsenengerechten "Hauptschulabschluss NEU"

Wien (OTS) - Kostenlose Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung im Rahmen der Schule fordert heute, Dienstag, die Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien. So sollen mehr Lehrlinge und mehr FachschülerInnen die Berufsreifeprüfung ablegen können, die sie zu einem weiterführenden Studium berechtigt. Um auch die Chancen von Men-schen ohne Pflichtschulabschluss zu erhöhen, fordert die AK einen erwachsenengerechten "Hauptschulabschluss NEU": Statt in 14 Fächern von Turnen bis Musikerziehung sollen Module mit engem Bezug zur Arbeitswelt wie Gesellschaft und Wirtschaft und ein EDV-Modul angeboten werden.

Um die Durchlässigkeit im Bildungssystem zu erhöhen und mehr Menschen am Weg zur Matura zu unterstützen, sollen SchülerInnen und Lehrlinge kostenlos auf die Berufsreifeprüfung im Rahmen ihrer Erstausbildung vorbereitet werden. Lehrlinge dürfen dabei nicht an die Zustimmung ihrer ausbildenden Unternehmen gebunden sein. Ein flächen-deckendes Angebot soll durch die Zusammenarbeit mit Berufsschulen und Erwachse-nenbildungseinrichtungen geschaffen werden. Zielgruppe sind vor allem Jugendliche im mittleren Ausbildungssegment: Lehrlingen, SchülerInnen an Berufsbildende Mittleren Schulen, SchülerInnen von Gesundheits- und Krankenpflegerschulen und von medizinisch-technischen Schulen sollen so mehr Chancen auf Weiterqualifizierung bekommen.

Um Erwachsenen das Nachholen des Hauptschulabschlusses zu erleichtern will die Arbeiterkammer einen "Hauptschulabschluss NEU" gesetzlich verankern. So sollen Erwachsene nicht länger wie 14-Jährige behandelt, und ein an ihren Bedürfnissen und der Arbeitswelt orientierter Abschluss geschaffen werden. Dieser muss kostenfrei zugänglich sein, denn gerade "Angelernte" können sich die derzeit oft hohen Kursgebühren zur Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss nur schwer leisten.

Um die Qualität im Bildungssystems zu sichern fordert die Arbeiterkammer außerdem die Festlegung von Bildungs-Benchmarks:
Messbare Ziele für den Bildungsbereich sollen definiert und regelmäßig evaluiert werden. Zentrale Zielgrößen sind dabei:
+ Das flächendeckende Angebot von Ganztagsschulen: Bis 2010 soll es in jedem Verwaltungsbezirk zumindest eine Ganztagsschule geben.
+ Die Erhöhung des Anteils der Lehrlinge, die die Berufsreifeprüfung ablegen von derzeit zwei Prozent auf zehn Prozent bis 2015.
+ Die Halbierung des Anteils von Jugendlichen ohne Pflichtschulabschluss auf 8,5 Prozent.
+ Die Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von derzeit 13,9 Prozent auf 20 Prozent.

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