Heinzl: Mariazellerbahn-Prüfbericht beweist schwere Sicherheitsmängel an veralteter Bahntrasse

Gefahr im Verzug auch bei anderen Nebenbahnstrecken in Niederösterreich?

St. Pölten, (SPI) - Der Prüfbericht der ÖBB zur "Beinahe-Katastrophe" auf der Mariazellerbahn im Bereich der Bergstrecke zwischen Puchenstuben und Gösing, wo Anfang September beinahe eine Personenzugsgarnitur nach einer Entgleisung hundert Meter in die Tiefe gestürzt wäre, liegt nun vor. Der Bericht belegt massive Sicherheitsmängel am längst veralteten Schienenkörper und am Oberbau der Schmalspurbahn. "Meine Vermutung nach Materialermüdung haben sich also bestätigt. Es hat nicht viel gefehlt und der ganze Zug wäre in den Abgrund gestürzt. Die Jahrzehnte alten Schwellen sind vielerorts schon derart desolat, dass sie das Gewicht des Zuges nicht mehr halten konnten. Inzwischen wurden einige Langsamfahrstellen für die Züge eingerichtet, die erst eine weitere Befahrung der Strecke möglich machen. Das damalige Agieren der ÖBB, die alles abstritt und mir persönlich ‚Panikmache’ vorwarf, hat sich damit selbst ad absurdum geführt. Die Sicherheitsmängel sind klar bewiesen - und erfordern sofortiges Handeln", so der St. Pöltner SPÖ-Nationalrat Anton Heinzl.****

Heinzl fordert nun die ÖBB zur Offenlegung des Prüfberichts auf. "Mit der Geheimniskrämerei und der Vertuschung muss Schluss sein. Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, wie es um die Sicherheitsstandards auf den Bahnstrecken bestellt ist", so Heinzl, der gleich noch einen Schritt weitergeht. "Ich fordere eine rasche Überprüfung sämtlicher niederösterreichischen Nebenbahnstrecken auf möglich Mängel bzw. Sicherheitsrisiken. Der jüngste Fall mit der tagelangen Sperre der Traisentalbahn zeigt, dass es wohl in vielen Bereichen mit dem baulichen Zustand der Strecken wirklich nicht zum Besten steht. Seit Jahren dringend notwendige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen wurden verschleppt - und das sind nun die Folgen. Die ÖBB haben in den letzten Jahren ihre Mittel für die Nebenbahnen drastisch zurückgeschraubt, das Ergebnis ist nicht nur ein schleichender Verfall vieler Strecken, sondern auch eine Zunahme des Sicherheitsrisikos für die Reisenden", sieht Heinzl raschen Handlungsbedarf von Seiten der ÖBB, aber auch vom Bund und vom Verkehrsressort des Landes Niederösterreich.
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