Frauenberger zu Platter: Kritik an Staatsbürgerschaftsgesetz

Einführung der Doppelstaatsbürgerschaft für zweite Generation

Wien (OTS) - Wenig Grund zum Jubeln sieht die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger angesichts des von Innenminister Dr. Günther Platter am Dienstag verkündeten Rückgangs bei den Einbürgerungszahlen. Frauenberger forderte einmal mehr die Evaluierung des Staatsbürgerschaftsgesetzes: " Mit 10 Jahren Wartezeit ist das geltende Gesetz in höchstem Maße integrationsfeindlich. Wien hat aus diesem Grund die 2006 erfolgte Novellierung des Staatbürgerschaftsgesetzes auch immer kritisiert."

Die Integrationsstadträtin sprach sich in diesem Zusammenhang auch einmal mehr für Einführung der Doppelstaatsbürgerschaft für die 2. Generation aus. Problemsituationen, dass in Österreich geborene Kinder z.B. aufgrund fehlender Niederlassungsbewilligung ihrer Eltern von Abschiebung bedroht sind, so Frauenberger, würden damit gar nicht erst entstehen, bzw. verhindert werden können.

Staatsbürgerschaftstests haben zu wenig Praxisbezug
Die Wiener Integrationsstadträtin übte außerdem an den Tests Kritik. Die Tests seien viel zu geschichtslastig, unterstrich sie. Frauenberger: "Detailliertes historisches Wissen für das Leben ist in unserem Land nicht wirklich relevant. Viel wichtiger wäre es z.B., Fragen zum Rollenverständnis in unserer Gesellschaft zu stellen, um auf diesem Weg auch die Gleichstellung von Frauen und Männern zu vermitteln. Dahingehend sollten auch die Vorgaben an die Länder geändert werden."

Wiener Lernunterlagen und Fragenkatalog zeichnen sich durch hohe Alltagsrelevanz aus

Die Lernunterlagen und der Fragenkatalog zur Landeskunde Wien zeichnen sich hingegen durch hohe Alltagsrelevanz aus, was von ExpertInnen immer wieder bestätigt wird. Das schlägt sich auch in den Testergebnissen nieder: In den ersten drei Quartalen 2007 sind 2225 Personen zur Prüfung angetreten, 114 haben nicht bestanden und müssen den Test wiederholen.

Frauenberger forderte Platter abschließend auf, die Integrationsplattform zu nutzen, um endlich integrationspolitisch effiziente und sichtbare Akzente zu setzen und vor allem auch mit den NGOs in einen konstruktiven Dialog zu treten. (Schluss) gph

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