Schatz zum Postdisaster: Lohndruck-Spirale dreht sich auf Kosten der Beschäftigten weiter

Liberalisierung muss von adäquater ArbeitnehmerInnenpolitik begleitet werden

Wien (OTS) - "Die einzige Konsequenz, die das Post-Management nach ihrem Auftragsverlust zieht, ist das Einsparen von Peronalkosten. Für die Post-Chefs ist nur die Gewinnmaximierung wichtig. Dass dabei Hunderte Menschen ihre Arbeit verlieren ist für sie nicht von Bedeutung", kritisiert die ArbeitnehmerInnensprecher der Grünen, Birgit Schatz.

Der Beginn des Dilemmas sei zweifellos die in ihren Konsequenzen unterschätzte Liberalisierung der Paketzustellung gewesen. Umso erstaunlicher ist daher, dass Post-Generaldirektor Wais für den bis 2011 geschützten Briefbereich eine raschere Liberalisierung fordere. "Der Schutz von Sektoren ist vor allem auch der Schutz für die darin beschäftigten ArbeitnehmerInnen. Die Situation bei den privaten Paketzustellern sieht so aus, dass niedrigst dotierte Werkverträge für arbeitsrechtlich bedenkliche Zustellungsarbeit vergeben wird. Nur so, im kollektivvertragsfreien Raum, ist deren Angebot finanzierbar. Und die Post will offensichtlich bei dieser Lohndrückerei stärker mitmachen. Das ist nicht akzeptabel", so Schatz.

Offenbar wurde die Markt-Entwicklung durch das Post-Management völlig unterschätzt. "Die überdurchschnittlich hohen Managementgehälter werden immer durch das hohe Maß an Verantwortung, dass sie zu tragen haben legitimiert. Wenn sie aber dann wirklich Verantwortung tragen müssen, putzen sich die Herren auf Kosten der einfachen Beschäftigten ab", kritisiert Schatz. "Die Lohnspirale nach unten, die die derzeitige Liberalisierung verursacht, muss endlich gestoppt werden. Die Grünen fordern parallel zur Liberalisierung eine adäquate Ausweitung der ArbeitnehmerInnenpolitik, die auch bei privaten AnbieterInnen ordentliche Beschäftigungsverhältnisse und Kollektivverträge gewährleistet. Ein Mindestlohngesetz könnte unmittelbar Härten abfedern", meint Schatz.

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