Tumpel fordert rasche Verhandlungen der Regierung über Sozialpartnerpaket für mehr Beschäftigung

Noch keine Entspannung am Lehrstellenmarkt

Wien (OTS) - "Die Sozialpartner haben ein umfangreiches Maßnahmenpaket erarbeitet. Jetzt muss die Regierung rasch mit substantiellen Verhandlungen beginnen", fordert Tumpel: "Je länger wir zuwarten, umso länger müssen all jene warten, die eine qualitativ hohe Ausbildung wollen und brauchen und einen Arbeitsplatz suchen." In seiner Rede vor der 147. Vollversammlung der AK Wien warnte AK Präsident Herbert Tumpel vor zu viel Euphorie in Sachen Beschäftigung. Die guten Konjunkturdaten und Wachstumsprognosen lassen zwar die Arbeitslosigkeit zurückgehen, "aber wir müssen jetzt die Chancen nutzen noch mehr Menschen wieder in Arbeit zu bringen."

Dass jetzt mehr Menschen in Beschäftigung kommen, sieht der AK Präsident als positiv. Aber schon von Vollbeschäftigung zu sprechen, ist für Tumpel verfrüht. Er erinnert daran, dass die Regierung die Arbeitslosigkeit nach der EU-Statistik ausweist. Nach dieser Methode gilt aber bereits jemand als beschäftigt, der in der Woche auch nur eine Stunde arbeitet. Tumpel erinnert auch daran, dass 2006 50 von 100 aus der Arbeitslosigkeit verglichen mit der vorangegangenen Tätigkeit in eine weniger qualifizierte Arbeit oder zu schlechteren Bedingungen vermittelt wurden.

Keine Entspannung auf dem Lehrstellenmarkt
"Für die nächsten drei Jahre brauchen wir bis zu 17.000 zusätzliche Plätze jährlich für die Jungen auf dem Lehrstellenmarkt. Von einer Entspannung kann also keine Rede sein. Wir müssen noch mehr für die Jungen tun. Wir müssen für ausreichende Plätze im überbetrieblichen Ausbildungssystem sorgen", sagt Tumpel. Das ist auch unbedingt notwendig um die Nachfrage nach Facharbeitskräften beheben zu können. Allerdings ist dafür nicht nur die ausreichende Anzahl sondern auch die Qualität der Ausbildung Ausschlag gebend, um die Wettbewerbsfähigkeit halten bzw ausbauen zu können. Außerdem verlangt Tumpel eine Qualifizierungsoffensive, damit auch Jugendliche ohne Lehrabschluss und Erwachsene die Chance zur Aufqualifizierung erhalten.

Tumpel kritisiert, dass der Finanzminister keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung stellen will: "Das ist der falsche Weg. Wir brauchen diese Mittel als eine unbedingt notwendige Investition in unsere Zunkunft." Der AK Präsident verweist auf die enormen Kosten der Arbeitslosigkeit: 2006 kostete die Arbeitslosigkeit rund 7 Milliarden Euro.

"Wir brauchen diese Maßnahmen, um allen bereits in Österreich lebenden Personen die Chance auf den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen." Tumpel verweist darauf, dass sich die Sozialpartner auf das Beibehalten der Übergangsfristen geeinigt hätten. "Nur dort, wo eine Einzelfallprüfung ergibt, dass ein Fachkräftebedarf nicht im Inland gedeckt werden kann, sollen Facharbeiter aus den Beitrittsländern zugelassen werden", so Tumpel, "ein generelles oder sektorelles Öffnen würde unserer Jugend und den Arbeit Suchenden genau die Chancen nehmen, die wir ihnen durch die neuen Ansätze der Sozialpartner in Jugendausbildung und Qualifizierung geben wollen."

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