Bures/Oberhauser/Voitl zu HPV-Impfung: Medizinischen Fortschritt für alle Frauen nutzen

Wien (SK) - "Gebärmutterhalskrebs ist in Europa die zweithäufigste Todesursache durch Krebs bei Frauen unter 45 Jahren, jährlich erkranken in Österreich rund 550 Frauen an dieser Krebsform und etwa 180 von ihnen verlieren jedes Jahr den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit", erklärte Frauenministerin Doris Bures in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag mit SPÖ-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser und Kinderarzt Dr. Peter Voitl. "Seit einem Jahr ist in Österreich ein Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs zugelassen. Ich finde, diesen medizinischen Fortschritt müssen wir nutzen, und zwar für alle Frauen", betonte Bures. Frauenministerin Bures und SPÖ-Gesundheitssprecherin Oberhauser forderten die Aufnahme der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ins Kinderimpfschutzprogramm. ****

Viele Familien und Alleinerzieherinnen mit geringem Einkommen könnten sich die 600 Euro für die Vorsorgeimpfung für ihre Tochter nicht leisten. "Das sind Aussagen, die mich an eine Zwei-Klassen-Medizin erinnern, etwas, das ich als Frauenministerin massiv ablehnen. Schließlich sind vor allem Frauen betroffen, die nicht zu einer medizinischen Leistung kommen, weil sie das Geld dafür nicht haben", so Bures.

Bures wies darauf hin, dass die Erkenntnisse der Wissenschaft und Medizin eine klare Sprache sprechen. Schon vor fast einem Jahr habe der Oberste Sanitätsrat eine Impfung gegen HP-Viren empfohlen. Auch die Europäische Arzneimittelagentur und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger empfehlen diese Impfung ausdrücklich.

Die Österreichische Krebshilfe trete für die Aufnahme ins Kinderimpfprogramm ein und die Österreichische Initiative gegen Gebärmutterhalskrebs habe bereits 100.000 Unterschriften besorgter BürgerInnen für die Impfung gesammelt. "Den Kritikern möchte ich sagen: Ja, sie haben recht, die HPV-Impfung schützt nicht hundertprozentig und das muss auch deutlich gesagt werden. Aber die vorliegenden Impfstoffe können etwa 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Fälle verhindern. Das heißt, dass wir von rund 550 Frauen, die jährlich an Gebärmutterhalskrebs erkranken, 380 Frauen diese Diagnose ersparen könnte - wenn wir eine komplette Durchimpfung erreicht haben", so Bures.

Kinderarzt Peter Voitl berichtete aus seiner Praxis, dass viele Eltern ihre Kinder impfen wollen, aber sich die 500-600 Euro Kosten für die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs nicht leisten könnten. Viele Eltern seien sogar rezeptgebührbefreit und sparen sich mühsam das Geld zusammen, um ihre Kinder zu schützen. Er selber verzichte auf das Impfhonorar, aber das könne keine Lösung sein.

Oberhauser - Unter Kdolsky wird Österreich Schlusslicht bei Vorsorgeimpfungen

"Wir haben eine Ärztin als Gesundheisministerin, die es schafft, Österreich bei Vorsorgeimpfungen als Schlusslicht in Europa zu positionieren", kritisierte SPÖ-Gesundheitssprecherin Oberhauser die Ablehnung Kdolskys zur Aufnahme der HPV-Impfung ins Kinderimpfschutzprogramm. "Wir sind außerdem Schlusslicht, was die Tabakpolitik betrifft. Gerade unter einer Ärztin als Gesundheitsministerin, wo man denkt, hier müsste die Gesundheit der Kinder und Menschen in diesem Land den allerhöchsten Stellenwert haben, beginnt Österreich in Europa abzurutschen", so Oberhauser.

Oberhauser forderte von Gesundheitsministerin Kdolsky, Geld zur Verfügung zu stellen, um einen Jahrgang an Mädchen durchzuimpfen und die Aufnahme der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ins Kinderimpfprogramm. Weiters ein Sonderbudget für 12-jährige Mädchen und die Durchführung der Impfung an Schulen, dies würde auch Impfhonorare einsparen. Ganz wichtig sei gleichzeitig auch eine Kampagne für regelmäßige gynäkologische Kontrollen, da die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz biete.

Die Durchimpfung eines Jahrgangs koste etwa 12,5 Mio Euro, wenn man davon ausgehe, dass hier mit den Pharmafirmen noch verhandelt werden könne und sich die Länder an der Finanzierung beteiligen, blieben in etwa 8,3 Millionen für den Bund über. Finanzminister Molterer meinte in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung zur Finanzierung der HPV-Impfung lapidar, "es gebe genug Geld, die Gesundheitsministerin solle umschichten". "Da muss man sagen, soviel ist der ÖVP die Gesundheit von Frauen wert", kritisierte Oberhauser. Die Gesundheitsministerin dürfe nicht länger zuwarten, sie müsse mit Finanzminister Molterer reden, um den Schutz vor Gebärmutterhalskrebs für unsere Kinder sicherzustellen, so die SPÖ-Gesundheitssprecherin abschließend. (Schluss) sl

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