Erfolgsfaktor Lebensqualität bei Asthma-Therapie

Wien (OTS) - Ergebnisse der zweijährigen STAR-Lebensqualitätserhebung liegen vor:

  • Erstmals Langzeitdaten über Situation von AsthmapatientInnen in Österreich
  • LQ-Index als neuer Parameter der Therapie-Erfolgsmessung
  • Intensive Arzt-Patienten-Beziehung und individuelle Therapie wichtige Faktoren für Therapieerfolg

Mit dem STAR-Projekt (Satisfaction with Treatment of Asthma Patients in Real Life) wurde vor kurzem ein völlig neues und einzigartiges Projekt zur Erhebung der Lebensqualität von AsthmatikerInnen in Österreich abgeschlossen: Über zwei Jahre hindurch untersuchten 50 teilnehmende niedergelassene PneumologInnen die Lebensqualität von über 800 AsthmatikerInnen sowie von PatientInnen, die von Asthma und allergischer Rhinitis doppelt betroffen sind. Neben objektiven Daten wie Lungenfunktion und Asthma-Symptomen standen vor allem die subjektiven Lebensqualitätsfaktoren der Betroffenen (LQ-Index) im Mittelpunkt. Zentrales Ergebnis: Trotz bestehender Medikation sind viele AsthmatikerInnen in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt, vor allem die Lebensqualität der von Asthma und allergischer Rhinitis doppelt Betroffenen waren besonders in Mitleidenschaft gezogen. Der Appell der ÄrztInnen: Die Asthma-Therapie-Erfolgskontrolle muss neu definiert werden und verstärkt auf den Faktor Lebensqualität Rücksicht nehmen.

Durch das Projekt konnten erstmals in Europa hochwertige Daten über die Situation von AsthmatikerInnen gesammelt werden. "Für uns ÄrztInnen ist nun ein Handlungsbedarf belegt, den wir bereits seit langem in der Praxis beobachten: Zur Behandlungsoptimierung muss die Therapie-Erfolgskontrolle neu definiert werden. ÄrztInnen sind dazu aufgefordert, ihre Asthma-PatientInnen aktiv nach den Lebensqualitätsfaktoren zu fragen. Nur so lässt sich herausfinden, wie es den PatientInnen wirklich geht und die Therapie exakt auf ihre individuellen Bedürfnisse zuschneiden", sagt Prim. Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Pohl, Leiter des STAR-Projekts und Vorstand der Abteilung für Atmungs- und Lungenerkrankungen im Krankenhaus Hietzing.

Deutliche Verbesserung mit Add-on-Therapie

Sechs Faktoren sind zentral für die Lebensqualität von AsthmatikerInnen: Nächtliches Erwachen, Atembeschwerden am Morgen, Einschränkungen der täglichen Aktivitäten, Kurzatmigkeit, Giemen sowie der notwendige Einsatz von Notfallmedikation. "Viele PatientInnen glauben, dass sie diese Beschwerden ertragen müssen. Das ist jedoch ein Irrglaube", so o.Univ.-Prof. DI Dr.techn. Karl-Peter Pfeiffer, Geschäftsführender Direktor des Departments für Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheitsökonomie der Medizinischen Universität Innsbruck. Das bestätigt vor allem die zweite Beobachtungsphase von STAR, in der die Auswirkungen einer Add-on Therapie auf die Lebensqualität von Asthma-PatientInnen untersucht wurden. Bei der Bewertung über einen Zeitraum von 24 Monaten zeigte sich, dass sich alle Faktoren signifikant besserten, wenn erforderlichenfalls die Basistherapie um eine kortisonfreie entzündungshemmende Zusatzmedikation erweitert wurde: Während der durchschnittliche Level der Lebensqualität zu Beginn der Erhebung bei knapp 72 von 100 möglichen Punkten lag, wuchs der LQ-Score in den ersten fünf Monaten auf 83,5 Prozent. Nach zwölf Monaten lag der Wert bei 87 Prozent, nach 24 Monaten bei 89 Prozent.

Vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung

Ein weiteres Ergebnis des STAR-Projektes: PatientInnen, die regelmäßig Kontrollvisiten beim Facharzt einhalten, geht es insgesamt besser. Der wichtigste Teil einer guten Therapie ist nach wie vor ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen ÄrztIn und PatientIn. ÄrztInnen sind daher gut beraten, jeden Patienten und jede Patientin individuell zu führen, auf die berufliche Situation einzugehen und die persönlichen Umstände zu berücksichtigen. "Ich habe bei meinen PatientInnen in diesen zwei Jahren keine einzige Spitalseinweisung wegen Asthma gehabt. Viele berichteten mir, dass es ihnen niemals besser gegangen sei. Diese Entwicklung sollte PatientInnen und ÄrztInnen ermuntern, moderne Medikamente optimal zu nutzen und individuell einzusetzen", so die in Wien niedergelassene Fachärztin für Lungenheilkunde MR Dr. Elisabeth Zehetner, die als Ärztin am STAR-Projekt mitgewirkt hat.

Mehr Compliance durch Eigen-Therapie-Kontrolle

Die Patientin Michaela Willig beschreibt: "Besonders hilfreich habe ich den Lebensqualitäts-Fragebogen empfunden, weil ich selbst beim regelmäßigen Ausfüllen erkannte, welche Beschwerden so lange zu meinem Leben gehörten und jetzt endlich weg waren." Die Fragebögen bieten eine gute Möglichkeit für PatientInnen, ÄrztInnen Informationen über ihr Befinden zu liefern.

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Michael Leitner, Public Health PR
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E-Mail: michael.leitner@publichealth.at

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