16 Tage gegen Gewalt an Frauen: Wiener Schwerpunkte und Aktionen

Wien unterstützt Kampagne des Europarates

Wien (OTS) - "Frauen sollen sich in dieser Stadt sicher fühlen.
Das reicht von der sozialen Sicherheit, also die Sicherheit, ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben führen zu können, bis hin zu Gewaltprävention und Gewaltschutz. Wien verfügt über ein breites und sehr eng gewobenes Gewaltschutznetz," so Frauenstadträtin Sandra Frauenberger anlässlich der im Zeitraum von 25. November bis 10. Dezember stattfindenden 16 Tage gegen Gewalt an Frauen, die in Europa heuer insbesondere durch eine Kampagne des Europarates getragen werden. Wien unterstützt diese Kampagne durch zahlreiche Aktivitäten.

Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und gleichzeitig der Auftakt zu 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen. In diesem Zeitraum kämpfen weltweit zahlreiche Institutionen und Organisationen für die Anerkennung von Frauenrechten als Menschenrechte. Der Abschluss der 16 Tage gegen Gewalt wird am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte begangen. "Gewalt gegen Frauen ist kein Kavaliersdelikt. Gewalt dient dazu Macht und Kontrolle über Frauen auszuüben und äußert sich in ungleichen Machtverhältnissen und Lebenschancen. Gewalt gegen Frauen ist klarerweise auch ein internationales Phänomen", betont die Stadträtin die Bedeutung der weltweiten Aktionen im Zusammenhang mit 16 Tagen gegen Gewalt.

Wiener Schwerpunkte und Aktionen im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt

o Opferhilfe für Seniorinnen in Favoriten - Verein Weisser Ring

Die Frauenabteilung der Stadt Wien fördert das Projekt Opferhilfe für Seniorinnen in Favoriten des Vereins Weisser Ring. Dieses Pilotprojekt, das im November und Dezember in Kooperation mit der Polizei und der Bezirksvorstehung Favoriten durchgeführt wird, hat zum Ziel, Seniorinnen nach erlittenen Straftaten, möglichst rasch zu stabilisieren und zu unterstützen, emotionale und äußere Sicherheit sowie Selbständigkeit wieder herzustellen.

o Kampagne des Europarates

Die Stadt Wien beteiligt sich aktiv an der Kampagne des Europarates. Dazu gehört eine großangelegte Plakataktion, eine Informationsoffensive zum Frauennotruf der Frauenabteilung der Stadt Wien sowie eine Kampagne des Vereins Wiener Frauenhäuser.

Information ist eine ganz wesentliche Maßnahme im Gewaltschutz. Wien verfügt über ein dichtes Gewaltschutznetz. Es ist aber auch wesentlich, darüber in der Öffentlichkeit ausreichend Bewusstsein zu schaffen.

o Ausstellung "Meilensteine im Opferschutz" im Arkadenhof des Rathauses

In der Zeit von 21. November bis 10. Dezember macht die Wanderausstellung "Meilensteine im Opferschutz" Station im Wiener Rathaus.

Die Ausstellung spannt auf 34 Bildtafeln einen Bogen über wesentliche frauen- und gesellschaftspolitische Entwicklungen: Von der Frauenbewegung und ihren Auswirkungen auf den Opferschutz, über wesentliche Rechtsgrundlagen und gesetzliche Neuerungen bis hin zu Vorbildmodellen in der Akutversorgung von Gewaltopfern.

o Fem Cities Vernetzungstreffen mit Ländern aus dem europäischen Raum

Fem Cities ist ein von der Wiener Frauenstadträtin initiiertes Netzwerk, das die verstärkte Zusammenarbeit von Städten in der EU zu frauen- und gleichstellungspolitischen Themen zum Ziel hat.

Die nächste Fem Cities Tagung wird am 6. Dezember in Wien stattfinden. Ziel dieser Zusammenkunft ist es vor allem, eine Standortbestimmung zum Thema Gewalt gegen Frauen vorzunehmen, die Problematik Frauenhandel international zu beleuchten, kommunale Netzwerke zu erörtern und den Bedarf bzw. die Umsetzung künftiger Kooperationen festzulegen.

o Veranstaltung Wiener Jugendzentren

Gemeinsame Veranstaltung mit dem Verein Wiener Jugendzentren, Neustart, White Ribbon und der Polizei zur Gewaltprävention bei Jugendlichen.

o Aktionstag am 21. November

Die VertreterInnen der Gewaltschutzplattform (alle im Gewaltschutz aktiven Institutionen und Einrichtungen) hissen gemeinsam die Fahne "16 Tage gegen Gewalt".

Der an diesem Tag stattfindende Gemeinderat wird sich inhaltlich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen auseinandersetzen. Alle männlichen Abgeordneten sind dazu eingeladen, das "White Ribbon" zu tragen und damit die Solidarität und die gemeinsame Verantwortung, gegen Gewalt an Frauen aktiv zu sein, zum Ausdruck zu bringen.

Das Wiener Gewaltschutznetz

o 4 Wiener Frauenhäuser

Mit vier Frauenhäusern, die Frauen und mitbetroffenen Kindern Soforthilfe, Betreuung und Beratung zur Verfügung stellen, erfüllt Wien die Empfehlung des europäischen Parlaments, wonach pro 10.000 EinwohnerInnen ein Krisenplatz bereit zu stellen ist.

o Betrieb einer 24-Stunden Frauennotrufeinrichtung

Der 24-Stunden Frauennotruf unter 71719, eine Serviceeinrichtung der Frauenabteilung der Stadt Wien, ist eine Anlaufstelle für Frauen und Mädchen, die von sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt betroffen sind. Rasche Soforthilfe und Krisenintervention sowie Beratung und Betreuung bei akuten Gewalterfahrungen sind zentrale Angebote des Frauennotrufs.

Seit 1996 verzeichnete der Frauennotrufe über 40.000 telefonische und persönliche Beratungskontakte. Pro Jahr werden rund 5.000 telefonische und 1.000 persönliche Beratungsgespräche geführt.

o Sichere Förderung von Opferschutzvereinen

Wesentliche Komponente des Gewaltschutznetzes der Stadt ist auch die Förder- und Subventionstätigkeit, die im Rahmen der zuständigen Magistratsabteilung 57, der Frauenabteilung der Stadt Wien, erfolgt. Auf dieser Grundlage wird ein umfangreiches Angebot an Beratungs- und Betreuungsleistungen für Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen ermöglicht sowie feministische Grundlagen- und Forschungsarbeit finanziell unterstützt und im Interesse der Wienerinnen gesichert.

Gewaltschutz sichern und weiterentwickeln

Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Gewaltschutzes ergeben sich aus Wiener Sicht die folgenden Schwerpunkte :

o Ausdehnung der Einstweiligen Verfügung von drei Monate auf sechs Monate

o Umfassendes Schutzprogramm für Opfer von Gewalt (ähnlich dem ZeugInnenschutzprogrammen) für einen sicheren Start in ein "neues" Leben.

o Weiterentwicklung von Opferrechten: Ausdehnung des Rechtes auf schonende Einvernahme auf alle Opfer einer Gewalttat, einer gefährlichen Drohung und von beharrlicher Verfolgung. (Schluss) koi

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