Contergan: Rezeptpflicht rettet Leben

Internet weiterhin großes Gefahrenpotenzial bei Medikamenten - Apothekerkammer fordert strenge Kontrolle

Wien (OTS) - Das Beruhigungsmittel Contergan brachte vor 50 Jahren auf Grund seiner unbekannten Nebenwirkungen eine menschliche Katastrophe ins Rollen. Tausende deutsche Frauen nahmen das dort rezeptfreie Contergan während ihrer Schwangerschaft und brachten daraufhin schwer behinderte Kinder ohne Arme oder Beine zur Welt. Österreich blieb eine Katastrophe dieses Ausmaßes erspart. Der lebensrettende Grund: Contergan war hierzulande nie rezeptfrei. Die damals zuständige Pharmakologin im Gesundheitsministerium sorgte dafür, dass Contergan in Österreich rezeptpflichtig ist. Dieser Akt bewahrte unzählige österreichische Babies vor schweren Missbildungen.

"Die Gefahr, die vor 50 Jahren von Arzneimitteln wie Contergan ausging, droht heute mitunter durch den Versandhandel und andere unsichere Vertriebswege", warnt Mag. Leopold Schmudermaier, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer. Die Banalisierung und unkontrollierte Abgabe von Arzneimitteln gefährdet die Gesundheit und das Leben der Menschen. Zusätzlich werden über das Internet Substanzen vertrieben, die weltweit verboten sind und Todesfolge haben können. "Dieser Vertriebsweg ist für uns im Interesse der Kunden völlig unakzeptabel, weil die Arzneimittelsicherheit nicht gegeben ist. Wir fordern daher strengere Kontrollen unsicherer Vertriebswege", so Schmudermaier.

Die Österreichische Apothekerschaft warnt regelmäßig, ebenso wie Konsumentenschützer und Gesundheitsbehörden, vor dem Medikamentenkauf im Internet. Medikamente gehören in die Hände von Fachleuten. Die Apothekerinnen und Apotheker kennen bei jedem Mittel Neben- und Wechselwirkungen. Die in Österreich zugelassenen Arzneien entsprechen hohen Sicherheitsstandards. "Wenn eine Substanz in Österreich neu auf den Markt kommt, ist sie automatisch rezeptpflichtig. Erst später kann die Rezeptpflicht-Kommission eine Substanz für rezeptfrei erklären", beruhigt Schmudermaier.

Apotheken in Österreich

In Österreich spielen die 1.200 öffentlichen Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheitsnahversorger. Insgesamt beraten 4.900 Apothekerinnen und Apotheker die Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Die Beratungskompetenz ist eine der zentralen Leistungen der Apotheker. Sie erfolgt individuell und auf fachlich hohem Niveau.

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