Bayr: Frauen- und Menschenrechtssituation in Lateinamerika politisch thematisieren

EU-Lateinamerikagipfel im Mai nutzen, um Menschenrechtssituation zu verbessern

Wien (SK) - Den heutigen Wien-Besuch der kolumbianischen Menschenrechtsaktivistin Jackelina Rojas Castaneda nimmt die SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, Petra Bayr, zum Anlass, um auf eine Reihe von Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika aufmerksam zu machen. Wie Castaneda sind viele Aktivistinnen der "Organizacion Femenina Popular" (OFP) in Kolumbien von Todesschwadronen bedroht, die jede Aktivität der Menschenrechlerinnen unterbinden wollen, um sich nicht bei ihren Drogengeschäften stören lassen zu müssen. Drei OFP-Mitarbeiterinnen sind bereits ermordet worden, weitere 140 erhielten Todesdrohungen. ****

Ebenfalls prekär ist die Situation in der Provinz Oaxaca in Mexiko, aus der Bayr die Gelegenheit hatte, vergangenen Freitag Erangelio Mendoza, Menschenrechtsaktivist und vormaliger Generalsekretär der LehrerInnengewerkschaft
von Oaxaca zu einem Gespräch zu treffen. Der ehemals politische Gefangene, der momentan auf Einladung der Mexiko-Plattform Österreich besucht, berichtete von der zunehmenden Militarisierung und den Repressionen gegen die Bevölkerung aufgrund großer Rohstoffvorkommen in der Region. Nach wie vor gibt es annähernd 30 politisch Gefangene, die in der Ausübung ihrer Menschenrechte, nämlich friedlich auf ihre schwierige Lebenssituation hinzuweisen, gehindert und verhaftet wurden.

Ebenfalls keine Verbesserung gibt es nach Einschätzung der entwicklungspolitischen Sprecherin bei den Frauenmorden in Guatemala und im Norden Mexikos. Nach wie vor wird die Aufklärung der Gewaltverbrechen nur sehr schleppend betrieben und keine Maßnahmen gesetzt, um der massiven Gewalt gegen Frauen ein Ende zu setzen. "Diese drei Beispiele von anhaltenden und massiven Menschenrechtsverletzungen sollen exemplarisch am EU-Lateinamerika Gipfel in Lima im Mai des kommenden Jahres thematisiert werden. Die Europäische Union kann nicht nur wirtschaftliche Ziele bei diesem großen Treffen im Auge haben und gleichzeitig die Frauen- und Menschenrechtssituation ignorieren", ist sich Bayr sicher und kündigt an, mit der Außenministerin Gespräche in diese Richtung führen zu wollen, wie die Frage der Frauen- und Menschenrechte beim Nachfolgegipfel von Wien am effektivsten angesprochen und Verbesserungen eingeleitet werden können. (Schluss) ps/mp

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0001