Bures: Sechs von zehn Frauen arbeiten "aus familiären Gründen Teilzeit"

"Frauen, die Vollzeit arbeiten wollen, müssen diese Möglichkeit haben"

Wien (OTS) - Angesichts des am Freitag veröffentlichten Arbeitsklima-Index, der eine steigende Unzufriedenheit der teilzeitarbeitenden Frauen mit Einkommen, Sozialleistungen und Arbeitszeiten aufweist, nennt Frauenministerin Doris Bures die Gründe für die hohe Anzahl von teilzeitbeschäftigten Frauen. (715.400 Frauen, 139.300 Männer) Laut den neuesten Daten der Statistik Austria ("Teilzeiterwerbstätige nach Grund der Teilzeitarbeit") führen sechs von zehn Frauen familiäre Gründe als Motiv für ihre Teilzeitarbeit an. 59 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer nannten 2006 die "Betreuung von Kindern oder Erwachsenen" und "andere familiäre Gründe" als ausschlaggebend für ihre Teilzeitarbeit. Nur ein Fünftel der teilzeitbeschäftigten Frauen nennen als Grund, "keine Vollzeitarbeit zu wünschen".

"Das ist ein klarer Auftrag an die Politik, für eine fairere Verteilung der Haus- und Erwerbsarbeit zu sorgen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern", sagt die Frauenministerin. "Wir müssen all jenen Frauen, die Vollzeit arbeiten wollen, diese Möglichkeit auch geben." Immerhin geben 35.800 Frauen, die Kinder oder pflegebedürftige Erwachsene betreuen an, sie würden Vollzeit arbeiten, wenn es entsprechende Betreuungseinrichtungen gebe.

Mit dem bereits vereinbarten Ausbau der Kinderbetreuungsplätze werden tausende Frauen ihren Berufswunsch nicht mehr hintanstellen müssen, so Bures. Damit die neuen Plätze - zwischen 6.000 und 8.000 jährlich - auch tatsächlich die Vereinbarkeit ermöglichen, wird der Bund Ganztagesplätze deutlich höher fördern als Halbtagesplätze. Für einen neuen Ganztagesplatz gibt es 2.500 Euro vom Bund, für einen neuen Halbtagesplatz 1.500 Euro.

Eine fairere Verteilung der Haus- und Erwerbsarbeit erhofft sich Bures durch das flexible Kindergeld: Nachdem derzeit nur vier Prozent der Väter in Karenz gehen, sollte es durch das höhere Kindergeld bei kürzerem Bezug gelingen, in einem ersten Schritt "zehn Prozent Karenzväter" zu bekommen. Das flexible Kindergeld schaffe die Möglichkeit, Berufsunterbrechungen kürzer zu halten. "Das ist deshalb so wichtig, weil wir wissen, dass nach drei Jahren Babypause jede zweite Frau den Wiedereinstieg in ihren alten Beruf nicht mehr schafft und oft in einem prekären Beschäftigungsverhältnis landet", so Bures. Die Frauenministerin unterstützt in diesem Zusammanehang auch ausdrücklich das von Sozialministerin Erwin Buchinger vorgeschlagene Papamonat.

Frauen arbeiten zwischen dem 30. und 44. Lebensjahr Teilzeit

Die altersspezifische Teilzeitquote ist bei Männern zwischen 20 und 24 Jahren mit 11 Prozent am höchsten und nimmt dann bis zum 54. Lebensjahr kontinuierlich ab. Bei Frauen hingegen steigt die Teilzeitquote ab dem 20. Lebensjahr (25 Prozent) kontinuierlich bis zum 39. Lebensjahr (51 Prozent) an und nimmt dann nur langsam und leicht ab.

"Auf den Punkt gebracht, kann man sagen: Männer arbeiten Teilzeit, weil sie sich Zeit für ihre Ausbildung nehmen. Frauen arbeiten Teilzeit, weil sie familiären Betreuungspflichten nachkommen", so Bures.

Mehrarbeitszuschläge bringen mehr Fairness für Teilzeitkräfte

Der Mehrarbeitszeitzuschlag für Teilzeitkräfte werde ab Jänner mehr Fairness für Teilzeitkräfte bringen, sagte die Frauenministerin und kündigte an, dass sie als Beamtenministerin dies auch für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienst sicherstellen werde. "Zu den Gewinnern dieser Regelung zählen die Frauen in der Privatwirtschaft und im Bundesdienst", so Bures. Im Bundesdienst sind von den rund 21.000 Teilzeitbeschäftigten rund 16.800 bzw. 80 Prozent Frauen.

Erfolgreicher Kampf gegen die Arbeitslosigkeit muss weiter gehen

Bures zeigt sich erfreut, dass im Oktober 101.822 Frauen (minus 4,2 Prozent) weniger arbeitslos waren als im Vorjahr. Bures verweist auch auf das gemeinsame Ziel, die Frauenerwerbsquote in dieser Legislaturperiode um drei Prozentpunkte zu erhöhen. Dabei gehe es um "Quantität und Qualität" - "wir brauchen Vollzeitarbeitsplätze mit einem Einkommen, von denen Frauen auch tatsächlich leben können". Außerdem stelle die Regierung 200 Millionen Euro zusätzliche Mittel für die aktive Arbeitsmarkt-Förderung zur Verfügung. Davon gingen allein 100 Millionen in den Frauenbereich, um Frauen etwa den beruflichen Wiedereinstieg zu ermöglichen.

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