AKNÖ-Staudinger erinnert: Geringfügig Beschäftigte haben volle Rechte

Zahlreiche Verstöße gegen Arbeitsrecht festgestellt: Keine Feiertage, keine Abfertigung

Wien (AKNÖ) - Geringfügig Beschäftigte sind nach dem Arbeitsrecht allen anderen ArbeitnehmerInnen vollkommen gleich gestellt. "Das Arbeitszeitgesetz verbietet sogar eine Schlechterstellung von Teilzeitbeschäftigten gegenüber Vollzeitbeschäftigten", erinnert AKNÖ-Präsident Josef Staudinger anlässlich des heute bekannt gewordenen neuen Höchststandes von geringfügig Beschäftigten von 248.559 Personen, darunter 172.191 Frauen.

Der AKNÖ-Tipp: Lage und Ausmaß der Arbeitszeit unbedingt schriftlich festlegen

O Das Ausmaß und die Lage der Arbeitszeit sind zwischen ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn zu vereinbaren.
O Im Dienstzettel müssen alle Vertragsbestandteile des Arbeitsverhältnisses festgehalten werden. Insbesondere: Das Arbeitszeitausmaß, die Verteilung der Arbeitszeit während der Woche und die Bezahlung sowie die rechtlichen Grundlagen (Angestelltengesetz, Kollektivvertrag)
O Wird Teilzeit nur an einzelnen Tagen pro Woche gearbeitet, so ist eine Vereinbarung von Lage und Ausmaß der Arbeitszeit pro Woche -insbesondere für Urlaubsverbrauch und Feiertagsentgelt - unbedingt erforderlich.
O Bedarfsarbeitsverträge, die die Lage und das Ausmaß der Arbeitszeit nicht festlegen ("KAPOVAZ"), hat der Oberste Gerichtshof für unzulässig erklärt.

Zahlreiche Verstöße gegen Arbeitsrecht bei Teilzeitbeschäftigten mehr Regel als Ausnahme

Die Niederösterreichische Arbeiterkammer hat in den vergangenen Wochen besonders viele Verstöße gegen das Arbeitsrecht bei Teilzeit-und geringfügig Beschäftigten festgestellt. So kommt es immer wieder zu Kündigungen, sobald ein Spitalsaufenthalt notwendig wird, Abfertigungszahlungen werden nicht geleistet, Kündigungsfristen nicht eingehalten oder Überstunden nicht bezahlt. AKNÖ-Arbeitsrechtsexperte Dr. Gerald Alfons: "Geringfügig oder Teilzeit-Beschäftigte werden als Reservearbeitskräfte oft nur kurz eingesetzt und bei schlechter Auftragslage als erste gekündigt. Oft mussten wir feststellen, dass weder Urlaubszuschuss noch Weihnachtsgeld ordnungsgemäß ausbezahlt wurden."
Auch Dienstverhinderungen wie Pflegefreistellung für Kinder oder Lohnfortzahlung an Feiertagen werden bei Teilzeitbeschäftigten leichter umgangen als bei Vollzeitbeschäftigten.
Von den Benachteiligungen sind in erster Linie Frauen betroffen.

Rückfragen an: Dr. Gerald Alfons, Tel. 05-7171-5926

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