"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Ölpreis-Blasen und Schocks" (Von ALOIS VAHRNER)

Längerfristig wird Energie knapper und noch teurer. Eine Chance für ökologischere Alternativen. Ausgabe vom 6. November 2007

Wien (OTS) - Was war das für ein Aufschrei, als manche Vordenker der Grünen vor Jahren einen Benzinpreis von 20 Schilling verlangten. Jetzt, einige Jahre später, ist die einstige Horrorforderung aus Sicht der Autofahrer fast schon Realität: Manche Spritsorten kosten zumindest an Autobahntankstellen bereits an die 1,40 Euro (oder über 19 alte Schilling). Aber auch Eurosuper kostet an vielen Tankstellen schon 1,25 Euro (17,20 Schilling) und Diesel 1,19 Euro (16,37 Schilling).

Unglaublich: Vor neun Jahren lag der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl zum Ärger der ratlosen OPEC bei nur 12 Dollar. Jetzt sind die Preise auf bis zu 96 Dollar je Barrel explodiert, allein innerhalb der letzten beiden Jahre gab es eine Verdoppelung. Dass die Wirtschaft in vielen Ländern, darunter auch Österreich, trotzdem noch brummt, ist erstaunlich genug.

Nicht ausgeschlossen ist, dass der Ölpreis tatsächlich die 100-Dollar-Marke deutlich überspringt - Krisenherde (Iran, Kurden-Konflikt usw.) gibt es genug, außerdem heizen Spekulanten die Preise massiv an. Derzeit ist der superstarke Euro die einzige Preisbremse. Fällt auch diese aus, dann drohen Spritpreise um oder über 1,50 Euro.

Auch wenn die jetzige Ölpreis-Blase bald wieder platzen könnte:
Längerfristig wird Energie (und das gilt vor allem auch fürs Öl) mit Sicherheit knapper und wohl noch teurer. Die Welt sollte daher schon besser heute als morgen weg vom Öltropf. Das lässt hoffen, dass die unberechenbaren Bocksprünge des Ölpreises endlich den Durchbruch von bisher unrentablen Alternativen bringen.

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