Goldene Ehrenmedaille für "Mister Wunderbar" Harald Serafin

Wien (OTS) - Eine hochkarätige und launige Ehrung fand heute, Montag, im Wiener Rathaus statt: Kammersänger Professor Harald Serafin, Intendant der Seefestspiele Mörbisch, wurde mit der "Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold" ausgezeichnet. Zahlreiche WeggefährtInnen, KollegInnen und Bewunderer waren gekommen, um mit ihm "die Verantwortung zu tragen" (Harald Serafin), darunter Vzbgm. a. D. Sepp Rieder, Dagmar Koller, Otto Schenk, Felix Dvorak, Georg Springer, Harald Fechter und - last but not least -Martina und Daniel Serafin. Die steirische Kabarett- und Musikgruppe "Dornrosen" erntete viel Applaus und Gelächter für ihren Harald Serafin gewidmeten Song.

Harald Serafin habe die Einrichtung Wiener Operette weit über die Landesgrenzen hinaus populär gemacht, sagte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny im Rahmen der Verleihung. "Er bescherte seinem Publikum viel Freude und künstlerisch anspruchsvolle Stunden".

Harald Serafin sei der Retter der Operette, der Operetter, so Univ.-Prof. Antal Festetics, Biologe und Verhaltensforscher, der eigens aus Göttingen angereist kam, in seiner Laudatio. Harald Serafin sei Sympathieträger, Medienprofi, Manager, Sänger, Schauspieler und darüber hinaus ein treuer Freund: "Er hat nicht nur eine große Stimme, sondern auch ein großes Herz".

"Das wichtigste im Leben ist, ein Ziel zu haben und dran zu bleiben", sagte ein "nervöser und beglückter" Harald Serafin in seinen Dankesworten. Wie der Aufschwung Mörbischs zeige, sei es seine Gabe, Leute zu motivieren und zu überzeugen. Harald Serafin, der die höchsten Bundes- und Länderauszeichnungen besitzt, regte zu guter Letzt’ an, Wien möge sich etwas neues einfallen lassen, schließlich werde er auch mit 85 Jahren noch aktiv sein.

Biographie Harald Serafin

Harald Serafin wurde am 24.Dezember 1931 in Litauen als Sohn eines Italieners und einer Salzburgerin geboren. 1940, nach der Besetzung Litauens durch die Sowjetunion, flüchtete die Familie zunächst nach Memel in Ostpreußen und 1944 nach Bamberg. Dort maturierte Serafin und studierte anschließend in Berlin sieben Semester lang Medizin, ehe er sich für die Sängerlaufbahn entschied. Er wechselte an die dortige Hochschule für Musik, wo er seine Stimme bei Prof. Wilhelm Schönherr ausbilden ließ. Den letzten Schliff holte er sich bei Willi Domgraf-Fassbaender am Nürnberger Konservatorium.

Serafin debütierte 1962 am Stadttheater St. Gallen. Nach Stationen in Bern, Aachen, Ulm sowie dem Wiener Raimund-Theater gelangte er 1966 an das Opernhaus Zürich. Dort lernte er Otto Schenk kennen, der ihm den Weg als "singender Bonvivant der Operette" wies. Die "Rolle seines Lebens" war der Danilo in der "Lustigen Witwe", den er in insgesamt 1700 Vorstellungen verkörperte. Weitere Engagements führten Serafin an die Opernhäuser von Köln, Frankfurt und an das Theater am Gärtnerplatz München; daneben war er seit 1967 an die Wiener Volksoper gebunden, die zu seiner künstlerischen Heimat wurde.

1989 gab Serafin in Folge einer Stimmbandoperation seine Sängerkarriere auf und wechselte ins Schauspielfach, wo er vor allem durch sein komisches Talent bis heute erfolgreich ist.

1992 übernahm er die Intendanz der Seefestspiele Mörbisch, denen er sowohl im künstlerischen als auch im wirtschaftlichen Bereich neue Impulse verlieh. Jahr für Jahr verzeichnen die Seefestspiele Besucherrekorde; sie sind heute das weltweit größte und erfolgreichste Operettenfestival.

Als Juror in der Fernsehshow "Dancing Stars" erreichte er als "Mister Wunderbar" endgültig Kultstatus.

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