"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Themenverfehlung"

Eine Schulreform erfordert praktische Intelligenz, nicht wolkigen Ideologie-Streit.

Wien (OTS) - Jeder halbwegs mit dem Schulalltag Vertraute kann
eine gängige Mängelliste auswendig aufsagen.
So machen etwa die Kinder zu wenig Bewegung. Dennoch geizt der Staat mit Sportstunden, und wenn die Lehrer auf Schikurs fahren, entfällt das ohnehin seltene Turnen zur Gänze. Das Schulmanagement scheint alljährlich überrascht, dass es Winter wird.
Gestrige Unterrichtsmethoden wie Frontalvorträge und sinnlose Schularbeitshektik sind - man glaubt es kaum - immer noch gang und gäbe. Dabei haben sich in Schulversuchen tolle Modelle für nachhaltiges Lernen bewährt - man müsste sie nur zur Regel erheben. Den Fremdsprachenunterricht konzipieren offenbar Globalisierungsgegner. Anders ist nicht zu erklären, warum Englisch nicht endlich als Zweitsprache unterrichtet wird; und warum die - eh erst seit 1989 - offenen Ostgrenzen beim Sprachangebot stur ignoriert werden.
Für eine funktionierende Gesamtschule müsste es kleinere Klassen und daher viel mehr Lehrer geben. Bei Ganztagsunterricht müssten die Lehrer auch nachmittags in gut auszustattenden Schulen arbeiten. Ministerin Schmied sollte sich besser solchen praktischen Alltagsproblemen widmen. Die laufende Ideologie-Debatte ist eine krasse Themenverfehlung.

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