"Operation KOALA" - mehrfacher schwerer Kindesmissbrauch geklärt

Ausforschung von 13 Tatverdächtigen in Österreich

Wien (OTS) - Bei Internetrecherchen im Jahr 2006 stellten Ermittlungsbeamte der australischen Polizei fest, dass ein unbekannter Täter ein Video, auf dem der Missbrauch zweier minderjähriger Mädchen gezeigt wurde, verbreitete.

Die kriminalpolizeilichen Analysen ergaben, dass dieses Missbrauchsvideo in Belgien hergestellt worden war. Die belgische Polizei konnte dazu ein 11- und ein 12-jähriges Mädchen ausforschen, die von ihrem Vater zur Aufnahme dieser Videos gezwungen wurden. Der Täter wurde bereits von den belgischen Polizeibehörden festgenommen.

Eine sich aus dieser Amtshandlung ergebende Spur führte die Polizeiermittler auf eine neue Internet-Website. Über diese Site wurden Missbrauchsvideos von 21 minderjährigen Mädchen aus der Ukraine zum Kauf angeboten. Als Drahtzieher dieser Website konnte der 42-jährige italienische Staatsangehörige Sergio M. ermittelt werden.

Sergio M. wurde noch vor seiner bereits vorbereiteten Flucht in die Ukraine von italienischen Polizeibehörden in dessen Wohnung in Ferrara (Italien) verhaftet. Bei seiner Festnahme hatte M. ca. Euro 70.000.- bei sich, die aus seinen kriminellen Machenschaften stammten.

Im Zuge der weiteren polizeilichen Ermittlungsmaßnahmen konnten fast 50.000 E-Mails (Bestellungen der Missbrauchsvideos) bei M. sichergestellt werden. Die kriminalistische Kleinarbeit zeigte Erfolg. Die sichergestellten Mails konnten auf Grund der IP-Adressen 30 verschiedenen Ländern zugeordnet werden.

Den österreichischen Ermittlern der "Operation KOALA" im Bundeskriminalamt gelang es 13 Österreicher - fünf in Wien, vier in Niederösterreich und je einen im Burgenland, in Kärnten, der Steiermark und in Salzburg - auszuforschen. Acht Tatverdächtige haben bereits gestanden, einer befindet sich in Untersuchungshaft, die weiteren wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Für Innenminister Günther Platter ist diese gelungen Operation ein weiterer Beweis für die funktionierende grenzüberschreitende Polizeikooperation. "Die Verbreitung von Fotos und Videos die Kindesmissbrauch zeigen ist ein globales Problem, das nur durch internationale Polizeikooperation bekämpft werden kann und zeigt die dringende Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer Sexualstraftäterdatei, die im Innenministerium bereits in Vorbereitung ist", so Platter.

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