"Transportsicherheitstage" im Zeichen moderner Technik und hoher Ausbildungsstandards

Vizepräsidentin Römer und Obmann Bollmann: Verkehrsleistung der Lkw höher als Unfallbeteiligung - Gefahrguttransporte als Schwerpunktthema am Montag

Wien (PWK835) - Die heimischen Güter- und Personenbeförderungsunternehmen beschäftigen rund 160.000 Lastkraftwagenlenker und 15.000 Lenker von Autobussen. Dem Thema Sicherheit im Straßenverkehr wird dabei von allen Beteiligten besondere Priorität eingeräumt.

Ganz dieser Frage widmen sich die "Transportsicherheitstage 2007" am 5. und 6. November in der "Pyramide" in Wien-Vösendorf, eine Initiative der Wirtschaftskammer Österreich in Kooperation mit dem Verkehrsministerium. Im Vordergrund der Fachdiskussionen stehen die Erhöhung der Verkehrssicherheit durch hohe Ausbildungsstandards und durch den Einsatz moderner Fahrzeugtechnik sowie die Schaffung passender Rahmenbedingungen für Berufslenker.

Während die Unfallstatistik für die ersten Monate des Jahres 2007 einen Anstieg ausweist, ist die Zahl der Unfälle mit schweren Lkw weiter rückläufig, wiesen WKÖ-Vizepräsidentin Renate Römer und der Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr, Harald Bollmann, bei der Eröffnung der gut besuchten Tagung auf das Engagement der Unternehmen für hohen Sicherheitsstandards bei der Verkehrsabwicklung hin. Schwerwiegende Unfälle mit Gefahrgütern kommen in Österreich glücklicherweise selten vor.

Verkehrs-Staatssekretärin Christa Kranzl, selbst Unternehmerin, unterstrich die Bedeutung der Aus- und Weiterbildung der Lenker und lobte in diesem Zusammenhang die Aktivitäten der heimischen Verkehrswirtschaft. Weiters hob sie die konsequente Politik des Verkehrsministeriums zur nachhaltigen Verbesserung der Verkehrssicherheit hervor.

Verkehrswirtschaft ist kein Eigenzweck, sondern deckt Bedürfnisse ab. "Wir sind als Dienstleister unterwegs und sind uns der Herausforderung bewusst, ordentliche Mitarbeiter mit ordentlichem Equipment einzusetzen", sagte Vizepräsidentin Römer in einem Pressegespräch im Rahmen der Tagung. Sparten-Obmann Bollmann verwies darauf, dass von 5,7 Millionen Kraftfahrzeugen in Österreich 56.126, also nicht einmal ein Prozent, einen Führerschein C voraussetzen. Obwohl die Fahrleistung der Lkw, gemessen an der Km-Leistung aller Fahrzeuge, etwa zehn Prozent beträgt, sind sie nur an fünf Prozent der Unfälle beteiligt. "Die Verkehrsleistung ist also eindeutig höher als die Unfallbeteiligung".

Wie der Marketingleiter der MAN Nutzfahrzeuge Vertrieb Süd AG, Franz Weinberger, in dem Pressegespräch sagte, werde das Image des Lkw in der Öffentlichkeit ganz entscheidend vom Verhalten des Fahrers bestimmt. Es sei daher ein Anliegen, den Fahrer als wesentlichen Partner in alle Initiativen einzubinden. Was die Hersteller betrifft, so genießen Investitionen in die Sicherheit, gleich nach dem Umweltbereich, besondere Priorität. Als Beispiele nannte Weinberger Entwicklungen zum Schutz anderer Verkehrsteilnehmer bei Unfällen, den Einsatz von Zusatzspiegeln zum Erfassen "toter Winkel" und immer bessere Assistenzsysteme, z.B. den abstandsgeregelten Tempomat. Ein wesentlicher Punkt ist die Fahrerschulung in Simulatoren.

Der Leiter des ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrums in Teesdorf, Gerhard Blümel, unterstrich die Bedeutung der von Römer im Jahr 2000 initiierten Aktion "Safety Drivers". Bisher wurden 14.000 Teilnehmer gezählt. Wie auch das KfV bestätigt, konnte ein Unfallrückgang um 40 Prozent und eine Reduktion der Treibstoffkosten um 5 Prozent erzielt werden.

Die Transportsicherheitstage (Das österreichische Forum für sicheren Transport) widmen sich sich am heutigen ersten Tag speziell dem Thema Gefahrguttransporte. Behördenvertreter berichten über die seit dem 1. August 2007 geänderten Vorschriften bei Gefahrguttransporten auf Straße und Schiene (ADR/RID 2007). Aufgrund der Änderungen werden Verfahren zur Aufhebung von Fahrtunterbrechungen künftig rascher abgewickelt. Mehrtägige Stilllegungen von Fahrzeugen (übers Wochenende) gehören damit der Vergangenheit an. "Viele von der Verlader- und Beförderungswirtschaft vorgebrachte Anregungen sind in den vergangenen Jahren in die Gesetzgebung eingeflossen. Dies hat die Akzeptanz der Vorschriften bei den Unternehmern erhöht", stellte Römer fest. Mit der Novelle 2005 sei sicherlich ein großer Wurf gelungen.

Verkürzt werden künftig auch Genehmigungsverfahren für bestimmte Gefahrgutfahrzeuge. Der Weg zur Kfz-Prüfstelle entfällt, was Behörden und Unternehmer entlastet. Die Bestimmungen von ADR/RID 2007 enthalten Änderungen bzw. Konkretisierungen bei der Bezettelung, bei den Beförderungspapieren, bei der Ladungssicherung oder Straßentunnel-Beschränkungen (Einführung von Tunnelkategorien). (hp)

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