Bartenstein: Südosteuropa ist die Zukunftsregion Europas

Einleitungsstatement beim 4. Vienna Economic Forum

Wien (BMWA-OTS) - "Die Region Südosteuropa ist nicht nur strategisch von besonderer Bedeutung für Europa und Österreich, sie ist auch wirtschaftlich gesehen die Zukunftsregion Europas", betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein heute in seinem Eröffnungsstatement vor dem 4. Vienna Economic Forum. Mit Wachstumsraten von zuletzt durchschnittlich jährlich 5,5 Prozent lag die Region deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Die Perspektive einer fortschreitenden EU-Integration sei Grundlage für die zunehmende Attraktivität der Region, mit der Österreich wie kein anderer EU-Mitgliedsstaat wirtschaftlich verflochten sei. Klar sei unterdessen, dass sich nicht alle Länder mit der gleichen Geschwindigkeit hin auf die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Standards der EU entwickeln.

Lob für Kroatien

"Einige sind näher dran als andere. Kroatien ist in dieser Hinsicht sicherlich der klare Spitzenreiter, zumal es bereits signifikante Fortschritte im Rahmen der Beitrittsverhandlungen gemacht hat", sagte Bartenstein. Kroatien könne zu Recht auf seinen EU-Beitritt im Jahr 2009 hoffen und gelte auch unter anderen Staaten der Region Zentral- und Südosteuropa als positives Beispiel für eine zügige Integration in die EU.

"Die Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei sind ein offener Prozess, dessen Ergebnis sehr stark von den Reformprozessen der Türkei selbst abhängt", so der Wirtschaftsminister. Die kürzlich neu gewählte Regierung habe bereits die klare Absicht zum Ausdruck gebracht, in den kommenden Monaten enger mit der EU zusammenarbeiten zu wollen, um den Reformweg der Türkei weiter zu gestalten. "Es ist von großer politischer und wirtschaftlicher Relevanz, dass die Türkei näher an die EU herangeführt wird", erklärt Bartenstein.

In Hinblick auf Mazedonien begrüßte Bartenstein, dass das Land den Status eines Beitrittskandidaten erhalten hat. Nun gehe es darum, zügig weitere Schritte zu setzen - vor allem den Zeitpunkt für den Beginn der Beitrittsverhandlungen festzulegen.

Österreichs bedeutende Rolle in der Region

"Österreich ist ein wichtiger Handelspartner, einer der größten Investoren in der Region und spielt eine wichtige diplomatische Rolle auf regionaler und bilateraler Ebene", sagte Bartenstein.

Österreich habe sich, so der Minister weiter, nicht nur als Sprungbrett für ausländische Investoren in Richtung Südosteuropa bestens positioniert, sondern werde auch mit der Errichtung des Sekretariats der Energiegemeinschaft in Wien im vergangenen Jahr zunehmend zu einem Zentrum der internationalen Energiepolitik sowie zur zentralen energiepolitischen Drehscheibe für die Region.

Gerade die Zusammenarbeit auf dem Energiesektor sei zu einem zentralen Thema geworden: Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit sind die Top-Themen der EU-Energiepolitik und Energieaußenpolitik. Bartenstein verwies in diesem Zusammenhang auf die weitere Diversifizierung unserer Bezugsräume als wesentlichen Faktor zukünftiger Versorgungssicherheit. Dabei ende die energiepolitische Zusammenarbeit nicht am Schwarzen Meer sondern reiche weiter bis in die Kaspische Region und nach Zentralasien. Daher stehe die Nabucco-Gas Pipline - als Beispiel erfolgreicher EU-Energie- und Energieaußenpolitik - an erster Stelle der österreichischen Interessen.

Bartenstein verwies auf die Entwicklung des österreichischen Außenhandels mit den Staaten Südosteuropas, die durch kräftige Zuwachsraten - im Jahr 2006 plus 22,7 Prozent bei den Exporten auf einen Wert von 5,4 Milliarden Euro - gekennzeichnet seien: Am Investitionssektor führe Österreich in vier Ländern der Region -Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina - das Investitionsranking an und zähle mit bisherigen Gesamtinvestitionen von über 17 Milliarden Euro zu den Topinvestoren in der Region, betonte der Minister.

"Mit dem dynamischen Wachstumskurs und der zunehmenden politischen Stabilität in Südosteuropa ist Österreich - als bedeutender politischer und wirtschaftlicher Partner - in einer sehr guten Position, zum Wachstum dieser Region beizutragen und davon auch zu profitieren. Österreichs Unternehmen haben damit die besten Voraussetzungen ihren Erfolgsweg fortzusetzen", so Bartenstein abschließend.

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