Universität Wien und Medizinische Universität Wien trauern um ehemaligen Rektor

Wien (OTS) - Die Medizinische Universität Wien und die Universität Wien trauern um o. Univ. Prof. Dr. Franz Seitelberger, Dekan der Medizinischen Fakultät und Rektor der Universität Wien von 1975 -1977. Der renommierte Neurologe, der die Neurologische Forschung in Wien nachhaltig geprägt hat, verstarb am 2. November nach langer schwerer Krankheit im 91. Lebensjahr.

O.Univ. Prof. Dr. Franz Seitelberger war jahrzehntelanger Vorstand des Neurologischen Instituts der Universität Wien ("Obersteiner-Institut", heute Klinisches Institut für Neurologie der Medizinischen Universität Wien), Dekan der Medizinischen Fakultät, Rektor der Universität Wien und Träger höchster nationaler wie internationaler Auszeichnungen, unter anderem des höchsten Ordens des Kaiserreichs Japan. Mit seinem Tod verlieren die Universität Wien, die Medizinische Universität Wien und das Klinische Institut für Neurologie eine einzigartige Persönlichkeit, die wie keine andere mit dem Aufstieg des Neurologischen Instituts und späteren Klinischen Instituts für Neurologie verbunden war. Es ist ausschließlich der Voraussicht und Beharrlichkeit Seitelbergers zu verdanken, dass gegen große Widerstände das Institut nach dem 2. Weltkrieg praktisch aus dem Nichts zu einer national wie international renommierten medizinisch-wissenschaftlichen Institution aufgebaut werden konnte. Diese Verdienste Seitelbergers werden unvergessen bleiben.

Franz Seitelberger wurde am 4. Dezember 1916 in Wien geboren, promovierte 1940 an der Universität Wien zum Dr. med. univ. und erlangte 1950 seine Anerkennung als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Er habilitierte sich 1954 für Neurologie, Neuroanatomie und Neuropathologie und erhielt 1958 den Titel eines außerordentlichen Universitätprofessors. 1959 wurde er zum Vorstand des Neurologischen Instituts der Universität Wien bestellt, das er bis zu seiner Emeritierung 1987 leitete. 1960 verbrachte Seitelberger einen Forschungsaufenthalt als Visiting Professor an den National Institutes of Health in den USA und rundete 1984-1986 seine Forscherkarrierre mit einem Aufenthalt als "Fogarty Scholar" an derselben Einrichtung ab. 1964 wurde Seitelberger zum ordentlichen Universitätsprofessor für Neurologie ernannt. Seitelberger war wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Max-Planck-Gesellschaft, der International Brain Research Organisation (IBRO), der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und der Mexikanischen Medizinischen Akademie, Direktor des Instituts für Hirnforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und 1974-1978 Präsident der International Society of Neuropathology (ISN). An der Universität Wien bekleidete Seitelberger höchste Ämter:
1974/1975 Dekan der Medizinischen Fakultät, 1975-1977 Rektor in der äusserst schwierigen Umsetzungsphase des UOG 1975 und 1977/1978 Prorektor. 1986 wurde Seitelberger die Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold verliehen. Aufgrund besonders enger und langjähriger Verbindungen des Instituts durch die Ausbildung zahlreicher japanischer Postdocs und Gastforscher wurde Seitelberger 1989 von Japan mit der Verleihung des Ordens vom Heiligen Schatz mit Stern, goldenen und silbernen Strahlen geehrt. Seitelberger war Ehrenmitglied und Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften, Founding Editor der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Acta Neuropathologica und verfasste mehr als 380 wissenschaftliche Publikationen. Sein Name ist untrennbar mit der Erforschung seltener neurologischer Krankheitsbilder wie der infantilen neuroaxonalen Dystrophie, der konnatalen Pelizaeus-Merzbacher-Krankheit und der Gerstmann-Sträussler-Scheinker-Krankheit verbunden, sein Wirken war damit allerdings auch von den dunklen Seiten des 20. Jahrhunderts gezeichnet.

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