PRÖLL: Europäische Wälder stellen sich der Herausforderung des Klimawandels

Beginn der 5. Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (MCPFE) heute in Warschau

Wien (OTS) - Es ist die Herausforderung für alle Regierungen und die Zivilgesellschaft, die natürlichen Ressourcen der Erde zu schützen und nachhaltig zu nutzen. Die europäischen Wälder spielen dabei eine grundlegende Rolle. Sie können die Lebensqualität verbessern und tragen maßgeblich zur Minderung des Klimawandels, zur Energieversorgung und zum Wasserschutz bei. Mit der Warschau Deklaration, die im Rahmen der 5. "Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa" unterzeichnet wird, verpflichten sich die Vertreter der Unterzeichnerstaaten und der Europäischen Gemeinschaft zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung sowie zu einer verstärkten Zusammenarbeit insbesondere in Hinblick auf den Klimawandel. Dies teilt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft heute anlässlich des Starts der Ministerkonferenz in Warschau mit.

Im Laufe der dreitägigen Konferenz werden die zuständigen Forstminister bzw. deren Vertreter von 46 europäischen Staaten sowie die Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer-Boel als Vertreterin der EU drei Dokumente unterzeichnen: Die "Warschau Deklaration" deckt vorwiegend Bereiche wie nachhaltige Waldbewirtschaftung, Biodiversität und erneuerbare Energie ab. Die zwei dazugehörigen Resolutionen gehen im Detail auf die Themen "Wald, Holz und Energie" beziehungsweise "Wald und Wasser" ein. Dabei sind die Verbesserung der Rolle des Waldsektors und die Mobilisierung von Holzressourcen, aber auch die Koordination der Waldpolitik und Wasserpolitik wesentliche Punkte.

Im Rahmen der Konferenz wird Österreich seinen Sitz im Steuerungskomitee an gleich zwei Länder, nämlich Slowakei und Deutschland, weitergeben. Österreich gehörte seit der dritten Konferenz in Lissabon gemeinsam mit Polen, Norwegen und Spanien diesem Komitee - dem General Coordinating Committee - an und gestaltete daher die Vorbereitungen der jetzigen Ministerkonferenz aktiv mit.

"Als Mitglied im Steuerungskomitee und als Gastgeber der vierten Konferenz im Jahr 2003 hat Österreich einen dynamischen Forstpolitikprozess maßgeblich mitgestaltet, der auch international als Vorzeigemodell gilt. Wichtig dabei war stets ein ganzheitliches Konzept für nachhaltige Waldbewirtschaftung. Ein wesentlicher Faktor war aber auch der Gedanke der europäischen Integration, die weit über die Grenzen der EU hinausgeht. Da die Europäische Union im Detail keine eigenständige Forstpolitik betreibt, ist die MCPFE eine wichtige Plattform, um forstrelevanten Themen auf europäischer Ebene zu behandeln", so Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll zu der Rolle Österreichs im MCPFE-Prozess. Österreich wird sich in Warschau insbesondere dafür einsetzen, in näherer Zukunft eine Europäische Waldkonvention abzuschließen.

"Das besondere internationale Engagement Österreichs ergibt sich auch dem hohen Waldanteil Österreichs und der Notwendigkeit, den Wald durch internationale Abkommen - insbesondere durch Begrenzung von Luftschadstoffen - zu schützen. Darüber hinaus gibt es eine starke Exportorientierung der Forst- und Holzwirtschaft", so Pröll weiter.

Die 1990 ins Leben gerufene MCPFE - Ministerial Conference on the Protection of Forests in Europe - ist eine freiwillige Zusammenarbeit der für Wald zuständigen Minister und beschäftigt sich mit den wichtigsten Fragen im Bereich Wald und Forstwirtschaft. Sie bietet eine Diskussionsplattform für die europäischen Länder, und eine Reihe außereuropäischen Länder und internationaler Organisationen, die als Beobachter teilnehmen. Gleichzeitig ermöglicht die MCPFE den Dialog zwischen Vertretern von Politik und Wissenschaft und steht in Verbindung zu globalen und anderen regionalen Prozessen und Initiativen, die sich mit Fragen des Waldes und der Forstwirtschaft beschäftigen.

Die gesamte "Warschau-Deklaration" sowie die dazugehörigen Resolutionen "Warschau-Resolution I" und "Warschau Resolution II" sind im Internet unter forst.lebensministerium.at downloadbar. Weitere Infos auch auf www.mcpfe.com.

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