Psychologen: Akuter Handlungsbedarf bei psychischen Erkrankungen

Berufsverband fordert psychologische Behandlung auf Krankenschein

Wien (OTS) - "Die Zahlen zur Entwicklung der Krankenstandstage bei psychischen Erkrankungen sowie der neuzuerkannten Invaliditätspensionen zeigen akuten Handlungsbedarf und beweisen die Richtigkeit unserer langjährigen Forderung nach Anerkennung der psychologischen Behandlung als ambulante Leistung," sagte Ulla Konrad, die Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer Psychologen in Reaktion auf einen Beitrag des Ö1-Mittagsjournals.

"Die Zahlen des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger im Vergleich von 1991 auf 2006 offenbaren, dass die Krankenstandstage aufgrund psychischer Erkrankungen um über 90 Prozent gestiegen sind. In absoluten Zahlen bedeutet das ein plus von rund 790000 Krankenstandstagen", rechnet Konrad vor. Und weiter:
"Die Zahlen der Neupensionierungen sprechen eine noch deutlichere Sprache mit einem plus von 160 Prozent gesamt -davon bei den Männern ein plus von 200 % bei den Frauen von 157 % in absoluten Zahlen sind es rund 5000 Personen mehr die wegen psychischer Erkrankungen in Pension gegangen sind."

Seit mehr als 10 Jahren fordert der Berufsverband psychologische Behandlung auf Krankenschein. Konrad: "Wir sind zwar mit dem Gesamtvertrag für Diagnostik einen Schritt in eine gute Richtung mit dem Hauptverband und den Kassen gegangen. Für eine weitere qualitativ hochwertige Versorgung mit psychologischen Leistungen fehlt allerdings bisher die anschließende Behandlung als finanzierte Kassenleistung." Diese ist derzeit von den Patienten selbst zu berappen. "Wir wissen um die Effektivität der psychologischen Behandlung aus zahlreichen Studien- wie hilfreich psychologische Interventionen sind. Etwa im Bereich der depressiven Verstimmungen und Angsterkrankungen aber auch bei der Behandlung demenzkranker Menschen sowie in der Rehabilitation nach Schädel Hirn Trauma oder Schlaganfällen", sagte Konrad.

Vergessen werde oft auch auf die psychologische Mitbehandlung der Psychologen bei chronischen körperlichen Erkrankungen wie etwa Krebs oder Koronarer Herzerkrankungen und Diabetes. "Hier unterstützt die Psychologie die Medizin und behandelt die oft auftretenden Belastungsreaktionen der Patienten. Ein Konzept, dass sich in der stationären Betreuung gut bewährt hat. Krankenhäuser beschäftigen erfreulicherweise zunehmend mehr Klinische Psychologen und Gesundheitspsychologen weil dort die Notwendigkeit und der Bedarf gesehen werden", so die Präsidentin des Berufsverbands der Österreichischen Psychologen

Konrad fordert: "Es wird Zeit den Spalt in der Versorgung psychischer Erkrankungen zu schließen und hier die bestens qualifizierten Klinischen Psychologen und Gesundheitspsychologen einzusetzen. Zwei aktuelle ÖBIG Studien zur Klinische Psychologischen Versorgung sowie zur neuropsychologischen Versorgung belegen diese Forderung eindrucksvoll."

Rückfragen & Kontakt:

Berufsverband österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Mag. Ulla Konrad
Tel.: 0676/3202220
www.boep.or.at

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