Oberwallner: "Umstieg auf umweltfreundlichere Kfz muss für Konsumenten attraktiv sein"

Fahrzeughandel für steuerliche Entlastung der Anschaffung von Kfz mit umweltfreundlicher Technologie analog zur CO2-orientierten Besteuerung der Nutzung

Wien (PWK834) - "Der Umstieg von technisch überalteten Fahrzeugen mit hoher Umweltbelastung auf modernste, umweltfreundliche Technologien muss für die Konsumenten attraktiv sein", hält Gustav Oberwallner, Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), fest. Erforderlich dazu ist aus Sicht des Fahrzeughandels "eine steuerliche Entlastung der Anschaffung von Kraftfahrzeugen mit umweltfreundlicher Technologie analog zu der vom EU-Parlament geforderten CO2-orientierten Besteuerung der Nutzung nach dem Verursacherprinzip", so Oberwallner:
"Denn immerhin entspricht die Belastung der Umwelt durch ein altes Fahrzeug der so genannten Euro 0-Klasse, das einen hohen Schadstoffausstoß aufweist, der von 75 Fahrzeugen der emissionsarmen Euro 4-Klasse."

Das Ökologisierungsgesetz und den vorliegenden Entwurf zur Neugestaltung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) mit einem Bonus-Malus-System inklusive Malus für Fahrzeuge schon ab einem CO2-Ausstoß ab 160 Gramm hält er "für den falschen Weg, das würde insbesondere familienfreundliche Limousinen, Kombis und Minivans treffen." Zudem würde ein solches System einen unverhältnismäßigen administrativen Mehraufwand mit sich bringen.

Statt dessen liegt ein Vorschlag zur radikalen Neugestaltung der NoVA auf Basis des CO2-Ausstoßes vor, "dieser gehört rasch umgesetzt", fordert der Branchensprecher des Fahrzeughandels. Alternative Antriebstechniken wie Erdgas, Bio-Gas, Bio-Ethanol, Flüssiggas sieht Oberwallner als steuerlich langfristig förderungswürdig. Als Voraussetzung dafür sieht Oberwallner allerdings eine funktionierende Infrastruktur für Erdgas und Bio-Ethanol in Ballungsgebieten.

Unattraktiv würde den Umstieg auf umweltfreundlichere Kraftfahrzeuge des weiteren ein geplantes EU-Vorhaben machen: Die Union strebt einen neuen so genannten "betriebsnahen Prüfzyklus" an. Dieser liefert die Basis für die Berechnung der NoVA und wurde bisher bei Raumtemperatur durchgeführt. Künftig sollen aber auch Tests bei sengender Hitze bzw. Schnee und Eiswinden vorgesehen sein. Das würde aus Sicht Oberwallners "die errechneten CO2-Werte sowohl für familienfreundliche Fahrzeuge wie Mini-Vans, aber auch für geländegängige, allradangetriebene Fahrzeuge unverhältnismäßig in die Höhe treiben und deren Anschaffung unleistbar bzw. den Betrieb uninteressant machen", so Oberwallner. "Verantwortung der Umwelt gegenüber durch den Einsatz alternativer Antriebskonzepte zu zeigen darf ebenso wie die Forcierung von Maßnahmen zum sicheren Fortkommen nicht bestraft werden. Vielmehr sind die Umweltanliegen der Konsumenten ernst zu nehmen. Die dafür eingesetzte Technologie muss jedoch leistbar bleiben und darf nicht durch auf Basis komplizierter, praxisferner Berechnungen steuerlich weiter belastet werden", so der Branchensprecher des Fahrzeughandels. (JR)

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