Hundstorfer: 2006 wurden 144 GewerkschafterInnen ermordet

Vor einem Jahr wurde der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) in Wien gegründet

Wien (ÖGB) - "Die Gründung des Internationalen Gewerkschaftsbundes am 1. November 2006 in Wien war und ist ein Meilenstein in der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung", stellte ÖGB-Präsident und Vizepräsident des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) Rudolf Hundstorfer fest. Wie wichtig der internationale Zusammenschluss der Gewerkschaftsbewegung ist, zeige neuerlich der jährliche Bericht über die weltweiten Verletzungen der Gewerkschaftsrechte. Hundstorfer:
"2006 wurden 144 GewerkschafterInnen wegen ihres Engagements ermordet, Tausende verhaftet und gefoltert, Zigtausende entlassen."++++

Das für GewerkschafterInnen lebensgefährlichste Land ist nach wie vor Kolumbien. 2006 wurden alleine dort 78 GewerkschafterInnen ermordet, um acht mehr als 2005. Rapide zugenommen hat die Verfolgung von GewerkschafterInnen aber auch in Asien und Afrika. Allein auf den Philippinen sind bei gezielten Verfolgungen von GewerkschafterInnen 33 KollegInnen umgekommen. In Nepal wurden bei Massendemonstrationen gegen den König drei GewerkschafterInnen erschossen. Die totalitäre Herrschaft des Königs gehört inzwischen der Vergangenheit an.

Aber auch in den "so genannten zivilisierten" Industrieländern versuchen einzelne Regierungen die Gewerkschaftsrechte einzuschränken. In den USA wurde beispielsweise der Begriff "leitender Angestellter" weiter ausgelegt und Millionen Menschen haben dadurch ihr Organisationsrecht verloren. Die australische Regierung hat die Tariffreiheit ausgehöhlt und Arbeitskämpfe erheblichen Einschränkungen unterworfen.

Hundstorfer: "Der Bericht über die Verletzungen der Gewerkschaftsrechte umfasst mehr als 400 Seiten und zeigt deutlich, wie notwendig die internationale Solidarität ist. Der Bericht zeigt aber auch, wie notwendig es ist international agierenden Konzernen zu zeigen, dass es niemand hinnimmt, wenn sie Gewerkschaftsrechte nicht einhalten oder sich Vorteile versprechen, wenn sie in Ländern agieren in denen die Regierungen die Gewerkschaftsrechte einschränken."

Der ÖGB-Präsident erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass er und WKÖ-Präsident Christoph Leitl erst im Februar dieses Jahres dem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon das Konzept "Global Social Partnership" überreicht haben. Die Eckpfeiler dieses Konzepts der globalen Sozialpartnerschaft sind Demokratie, Menschenrechte, Toleranz, ein fairer und freier Welthandel, Mindeststandards im Sozial- und Umweltbereich, das Verbot der Kinderarbeit und Zwangsarbeit, das Recht auf Vereinsfreiheit sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen."(ff)

Den Bericht finden Sie im Internet unter: www.ituc-csi.org

ÖGB, 1. November 2007 Nr. 653

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