AUVA und österreichische Zementindustrie: Erfolgreiche Bewusstseinsbildung zur Sicherheit am Bau

Senkung der Erkrankungen bringt "Sicherheitsdividende" für Arbeitnehmer, Unternehmen und Sozialsystem

Wien (OTS) - "Hautschutz am Bau zahlt sich aus". Diesen Schluss zieht der Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), DI Felix Friembichler aus den jüngsten Zahlen der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Friembichler: "In den Jahren 2001 bis 2005 sind Neuerkrankungen, die durch Anwendungen mit Beton entstehen können, gesunken. Bis 2001 waren noch 40 bis 45 Fälle pro Jahr zu verzeichnen. Durch unsere Aufklärungskampagnen konnte 2005 die Anzahl bereits auf 25 bis 30 und seit 2005 auf 15 bis 20 pro Jahr reduziert werden."

Den Erfolg der Bewusstseinsbildung zum Thema Hautschutz am Bau, der mit sinkenden Unfallzahlen bilanziert, führen Friembichler und Dr. Wilfried Friedl, AUVA vor allem auf die Kooperation mit den Ausbildungsstätten zurück. Friedl: "Ein eigens entwickeltes Sicherheitsset - der sogenannte "Hautschutz-Koffer", ist dabei eines der wichtigsten Instrumente zur Verbesserung des Wissensstandes über die richtige Anwendung von Frischbeton und zementhaltigen Produkten." In diesem Set sind alle wichtigen Vorsorgeprodukte und Informationen enthalten, die laufend an Schulen und Lehrbauhöfen vorgestellt werden. Als besonderes Service wird auch eine Grundausstattung für sicheres Arbeiten angeboten. Friembichler: "Aufklärung über notwendige Schutzmassnahmen muss laufend betrieben werden, damit diese im Bewusstsein verankert bleiben. Unser Ziel ist es daher diese Aktivitäten kontinuierlich fortzuführen."

"Sicherheitsdividende" für Arbeitnehmer, Unternehmen und Sozialsystem

Die Hautschutzkampagne, die von VÖZ und AUVA gemeinsam getragen wurde, ist für Wilfried Friedl, AUVA-Verantwortlicher für Sicherheitsmarketing, ein "hervorragendes Beispiel, wie mit Aufklärung und Prävention echte Sicherheitsgewinne erzielt werden können. Friedl: "Dadurch leisten wir nicht nur einen Beitrag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, sondern tragen zudem nachhaltig zur Senkung der Kosten im Sozialsystem bei." Die Kosten für die Hautschutzkampagne werden durch die Einsparungen im Gefolge der Absenkung der Versicherungsfälle schon binnen kurzer Zeit ausgeglichen. "Eine echte Sicherheitsdividende", freut sich Friedl. Auch die Unternehmen profitieren von der Sicherheitsdividende, weil damit die Krankenstandstage bei qualifizierten Arbeitnehmern reduziert werden. Insgesamt gab es in der Bauwirtschaft 2006 19,3 Unfälle je tausend Dienstnehmer, das sind 0,3 weniger als im Vorjahresschnitt.

Aufklärung für Private und Profis

Die Informationskampagne für den richtigen Hautschutz bei der Arbeit mit Zement und Beton wurde seit 2005 in ganz Österreich durchgeführt und hatte das Ziel, ein verstärktes Bewusstsein dafür zu schaffen, wie man seine Haut beim Umgang mit Estrich, Kleber, Mörtel und Beton vorsorglich schützen sollte. Zielgruppen waren sowohl private Hausbauer als auch Profis am Bau, wobei ein Schwerpunkt auf die Information der Lehrlinge gelegt wurde. Friembichler: "Die Themen reichten von der Notwendigkeit einer Schutzausrüstung sowie der sorgfältigen Reinigung und konsequenten Pflege der Haut bei der Arbeit mit Zement und Beton bis zu Verhaltensregeln für den sicheren Umgang." Mit der Aufforderung "Schau drauf!" und unter dem Logo "Schauplatz Bauplatz" wurden österreichweit Sicherheitshinweise kommuniziert. Friembichler: "Uns war vor allem wichtig darauf hinzuweisen, dass die Gefahren beim Arbeiten mit Beton häufig unterschätzt werden und das ist uns voll gelungen."

Einfache Schutzmassnahmen

Beton ist zwar, wenn er einmal ausgehärtet ist, chemisch völlig unbedenklich, bei der Verarbeitung dagegen drohen massive Verätzungen. Sobald Zement mit Wasser in Kontakt kommt, entsteht eine alkalische Lösung, die einen pH-Wert von mehr als 12 aufweist. Dieser hohe pH-Wert kann schon in kurzer Zeit massive Hautreizungen hervorrufen. Die Schutzmaßnahmen dagegen sind einfach:
Nitrilgetränkte Baumwollhandschuhe, eine Schutzbrille gegen Spritzer und Schutzstiefel verhindern Haut- und Augenschäden zuverlässig. Zusätzlich zu Schutzmaßnahmen thematisierte die Kampagne auch die Bedeutung einer sorgfältigen Reinigung und Pflege nach der Arbeit.

Erfolgreiche Bewusstseinsbildung mit Basis-Sicherheitsset

Den Erfolg der Bewusstseinsbildung am Bau, der zu sinkenden Unfallzahlen führte, führen Friembichler und Friedl vor allem auf die Kooperation mit den Ausbildungsstätten zurück. Als besonderes Service wird auch eine Grundausstattung für sicheres Arbeiten angeboten. Friedl: "Eigens entwickelte Hautschutz-Koffer enthalten ein Basis-Sicherheitsset und sind eines der wichtigsten Instrumente zur Verbesserung des Wissensstandes über die richtige Anwendung von Frischbeton und zementhaltigen Produkten." Derzeit sind über 100 Koffer in Anwendung die im Zuge einer Bundesländertour unter anderem an Berufsschulen, Höheren Technischen Lehranstalten, Universitäten und beim Wifi Österreich vorgestellt wurden. Friembichler: "Durch regelmäßige Information der Berufseinsteiger stellen wir sicher, dass das Wissen über Hautschutz beim Arbeiten mit Beton auch tatsächlich bei der gesamten Berufsgruppe ankommt."

Alle Infos rund um den Hautschutz bei Arbeiten mit Zement und Frischbeton gibt es auch im Internet: www.hautschutz-info.at.

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Pressestelle Vereinigung der österreichischen Zementindustrie,
Andrea Baidinger
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