Kalina zu Schulreform: "ÖVP spielt mit Ängsten der Menschen"

Wie Experten und unanhängige Journalisten die Position der ÖVP in der Schuldebatte bewerten

Wien (SK) - Zur "öden, immer gleichen Polemik" von ÖVP-Generalsekretär Missethon nahm SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst Stellung. "Jeder, der mit Schule zu tun hat, ob als Schüler, Lehrer oder Elternteil, weiß, dass der gesamte Betrieb in seinem derzeitigen Zustand nicht in der Lage ist, Kinder und Jugendliche adäquat auf die Herausforderungen der persönlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Realitäten unserer Zeit vorzubereiten. Das hat inhaltliche, organisatorische und personelle Gründe." ****

"Jeder - außer Fritz Neugebauer, Wilhelm Molterer und anderen Politikern, die das Leben in der freien Wirtschaftswildbahn nur vom Hörensagen kennen - weiß, dass ein solches Unternehmen dem Untergang geweiht ist. Außer, es ist verfassungsmäßig vor dem Bankrott geschützt und verfügt über einen unfreiwilligen Dauerzuschuss durch den Steuerzahler.

Alle diese Fakten hat die Reformkommission der Unterrichtsministerin kühl und unpolemisch zusammengetragen. Und damit den eigentlich entscheidenden Beitrag zur laufenden Schuldebatte geliefert: Es geht nicht in erster Linie darum, die "neue Mittelschule" einzuführen, sondern darum, unser Schulsystem grundlegend so zu reformieren, dass es den gesellschaftlichen, familiären und individuellen Realitäten unserer Zeit entspricht. Das tut es heute aus den angesprochenen Gründen bei weitem nicht.

Das Konzept der "neuen Mittelschule", über dessen Einführung im Versuchsstadium jetzt gestritten wird, als hänge die Existenz der Welt davon ab, reagiert auf ein ganz konkretes, allerdings ziemlich zentrales Problem: die frühe Selektion. Nach Meinung einer Mehrzahl der Experten führt sie dazu, dass wir in einer schrumpfenden Bevölkerung nicht ausreichend Begabungsreserven mobilisieren können. Nach Meinung der ÖVP-Führung garantiert sie notwendiges Leistungsdenken und verhindert eine allgemeine Nivellierung nach unten.

Die derzeit so erbittert geführte Debatte über eine gesetzliche Regelung des Versuchsstadium der "neuen Mittelschule" ist eine üble Farce: Die Herren Neugebauer, Molterer und Hahn wissen ganz genau, dass es nichts Undifferenzierteres, nach unten Nivellierenderes gibt als ein städtisches Gymnasium. Sie spielen auf eine unwürdige Art mit den Ängsten vieler Menschen, die letztlich nichts anderes fürchten, als dass radebrechende Ausländerkinder ihre lieben Sprösslinge um Bildungschancen bringen. Ihnen wird versprochen, dass die Störenfriede weiter in die Hauptschule weggesperrt werden."

Wie Bildungsexperten und unabhängige Journalisten die Position der ÖVP in der aktuellen Debatte über die Schulreform bewerten, kann der ÖVP-Generalsekretär auch im Leitartikel in der heutigen "Presse" nachlesen, so Kalina abschließend. (Schluss) ps

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0001