Reaktionäre Idee 'Familiensplitting' benachteiligt bewusst Frauen

Weichsler: "ÖVP will erneut Frauen mit antiquierten Konzepten an Heim und Herd binden"

Linz (OTS) - 2. Landtagspräsidentin Gerda Weichsler stellt klar, dass ein Familiensplitting zur Besteuerung von Familieneinkommen eine reaktionäre Idee ist, mit der Absicht, Frauen zur Erwerbslosigkeit anzuregen. "Frauen derart vor den Kopf zu stoßen, ist noch nicht einmal gegenwarts-, geschweige denn zukunftsorientiert. Für viele berufstätige Mütter senden diese Überlegungen die falschen arbeitsmarktpolitischen Impulse", warnt Weichsler.

Wenn das vorgeschlagene Familiensplitting meint, das zumeist höhere Einkommen des Mannes soll niedriger und im Gegenzug das meist niedrigere Einkommen der Frau höher besteuert werden, ergeben sich daraus Nachteile für viele Frauen. "Auch eine IHS-Studie bestätigt, dass Frauen durch Familiensplitting benachteiligt werden", weist die Vizelandtagspräsidentin hin. Darin wird eindeutig dargestellt, dass durch Familiensplitting der Anreiz für ZweitverdienerInnen sinkt, von einer Null- in eine Teilzeitbeschäftigung einzutreten oder aber von einem Teilzeitarbeitsverhältnis in Vollbeschäftigung zu wechseln. "Wenn die individuelle Besteuerung in Österreich fallengelassen würde, ginge die Erwerbstätigkeit von Müttern zurück und beschäftigte Mütter werden bestraft. Familiensplitting ist also ein ausgesprochen kontraproduktiver, weil viele Frauen diskriminierender Vorschlag", betont Weichsler.

"Dass die Perspektiven der ÖVP in wenig originellen Retrospektiven bestehen, ist ein Zeichen für innerparteiliche Ideenlosigkeit und Orientierungslosigkeit", erklärt Gerda Weichsler. "Wäre das Thema nicht so ernst, wäre es ja beinahe amüsant, dass die ÖVP glaubt, sie nehme eine Vordenkerrolle ein, während sie tatsächlich nur in reaktionärer Nostalgie schwelgt. Mit Vorschlägen wie Familiensplitting oder Gratis-Liftkarten beweist sie, dass sie nicht imstande ist, die wahren Probleme der Frauen zu erkennen. Wenn die ÖVP etwas für Frauen tun will, dann soll sie die SPÖ-Vorschläge zum Ausbau der Kinderbetreuung zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht weiter blockieren", appelliert die Vizelandtagspräsidentin.

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SPÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner

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