"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Land der Alles-Könner"

Selektion gilt als pfui - dabei brauchen Schule, Uni und das Leben genau das.

Wien (OTS) - In der österreichischen Bildungspolitik kracht es an allen Ecken und Enden: Die Frage Gesamtschule oder nicht entzweit die Koalition, und beim Uni-Zugang hat man zwar einen Etappensieg in Brüssel errungen (Quoten gegen den deutschen Studentenansturm), aber wie Zugangsbeschränkungen gehandhabt werden, kritisiert auch der Rechnungshof.
Wie so oft bleibt die grundsätzliche Frage auf der Strecke: Soll jeder alles lernen und studieren dürfen, unabhängig von Begabung, Qualifikation und Bedarf?
In Österreich ist über Jahrzehnte die Qualitätskontrolle und Selektion an Schulen über Leistungsnachweise reduziert worden - ob auch das zu schlechten Pisa-Ergebnissen geführt hat, traut sich niemand zu fragen. Und dass es abseits der Medizin Studien gibt, die Abgänger produzieren, die niemand braucht, ist Faktum. Zugangsbeschränkungen zu Unis zu erlassen, die Studenten zu den richtigen Studien zu führen, ihre (teure) Schnupperphase zu verkürzen - das alles ist realitätsnäher als die "Alle-sollen-alles-können"-Utopie. Dazu braucht es freilich auch Unis, die Verantwortung übernehmen und nicht immer an die Politik abschieben und mit dem Zugang sorgsam umgehen statt zu würfeln.

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