Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Die ganze normale Ungerechtigkeit (von Claudia Grabner)

Ausgabe 28. Oktober 2007

Klagenfurt (OTS) - Mit etwas mehr Ungerechtigkeit lebt es sich besser. Der Münchner Ifo-Chef Hans-Werner Sinn argumentiert mit dieser These gegen eine Offenlegung von Managergehältern. Weil -behauptet besagter Sinn - Transparenz den Neidkomplex fördere. Na dann. Frohes Schaffen! Sollen sich also Manager ungeniert in ihrer Koste-was-sie-wolle-Kreativität üben. Sollen sie ihre Gehälter mit variablen Komponenten (Leistungsprämien, Sonderbonus) vervielfachen. Solange der einfache Arbeiter nichts erfährt, ist die Welt zwar himmelschreiend ungerecht, dafür aber in bester Ordnung: Kein Neid. Ergo kein Aufstand. Ergo keine Politik, die sich bemüßigt fühlen könnte, ein bisserl einzuschreiten ...
Blöd nur, dass sich die Wahrheit eben doch hier und da ihren Weg an die Öffentlichkeit bahnt. Wie im Falle Asfinag. Ein Lehrbeispiel für eine Wirtschaftselite, die den Selbstbedienungswahnsinn zu ihrer Normalität erklärt hat. Und die nur einmal im Jahr Kontakt zur finanziellen Realität der Österreicher pflegt: wenn sie im Lohnpoker mit den Arbeitern bei jedem Zehntelprozent geizt.

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