"profil": Prozess gegen Kasachstans Ex-Botschafter wird in Abwesenheit geführt

Ehemaliger Präsidenten-Schwiegersohn Rakhat Aliyev fürchtet Mordanschlag durch russische Mafia

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, will Kasachstan dem ehemaligen Botschafter Rakhat Aliyev Anfang November in Abwesenheit den Prozess machen.

Aliyev, bis zu einer Zwangsscheidung vor wenigen Monaten Schwiegersohn des autokratisch regierenden Präsidenten Nursultan Nasarbajew, ist unter anderem wegen Menschenraub und Erpressung angeklagt. Im August hatte das Landesgericht Wien einen Auslieferungsantrag gegen Aliyev, der sich zu diesem Zeitpunkt in Österreich aufhielt, abgelehnt: In seiner Heimat sei ein faires Verfahren nicht gewährleistet.

Konkrete Beweise gegen den Diplomaten konnten die Kasachen bislang offenbar nicht vorlegen. Deshalb werden die Anwälte Wolfgang Moringer und Richard Soyer, die in dieser Causa Kasachstan vertreten, demnächst nach Zentralasien reisen, um das von den dortigen Behörden gesammelte Material zu prüfen. Hintergrund: Der Versuch, eine gerichtliche Verfolgung Aliyevs in Österreich zu erwirken.

Aliyev selbst wechselt inzwischen ständig seinen Aufenthaltsort in Europa. "Nasarbajew hat mich legal nicht gekriegt", erklärt er vom Ausland aus per Telefon gegenüber "profil": "Ich weiß aus sicherer Quelle, dass die russische Mafia deshalb Auftrag hat, mich zu töten."

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0005