Demokratiewerkstatt: Eine Werkstatt für kritische BürgerInnen Kinder stürmten am Tag der offenen Tür die Medienwerkstatt

Wien (PK) Rund 1.500 BesucherInnen wurden heute im Palais Epstein gezählt: Kinder und, in deren Begleitung, Väter und Mütter, Onkel und Tanten, Omis und Opas - und das, obwohl das Epstein eigentlich gar nicht in das Programm des Tags der offenen Tür im Parlament einbezogen war. Auch die gestern eröffnete Demokratiewerkstatt war nicht im Vollbetrieb; nur die Medienwerkstatt hatte geöffnet, und sie wurde von den Kids förmlich gestürmt. Geplant war, dass die Kinder in zwanzigminütigen Kurzworkshops einen ersten Eindruck und damit Lust auf mehr bekommen sollten. Aber viele Kinder blieben dann länger und schickten die Erwachsenen wieder fort, mit dem Wunsch, sie doch, bitte, erst später abzuholen.

Kinder interviewen Bundesratspräsident Erlitz

Ein begehrter Interviewpartner war bei den Kindern heute Bundesratspräsident Wolfgang Erlitz. Er hatte gestern an der Eröffnung der Demokratiewerkstatt nicht teilnehmen können, und so stellte er sich heute zum TV-Interview. Knappe zehn Minuten hatten die Kids vor dem Interview Zeit für eine rasche Recherche - aber die reichte für eine umfassende und korrekte Ankündigung des Interviewpartners. Sie überraschten den Präsidenten mit ihrem detaillierten Wissen über den prominenten Gast, etwa dass er auch Präsident des Landesschulrats für Steiermark ist. Und sie stellten dem Präsidenten auch die profunde Frage: "Was macht der Bundesrat?" Präsident Erlitz ging in aller Ausführlichkeit auf diese doch nicht ganz unheikle Frage ein, wobei er auch kritisch anmerkte, dass die Macht der Länderkammer ziemlich eng begrenzt ist: "Er kann Gesetze nicht verhindern, aber den Nationalrat ersuchen, ein Gesetz noch einmal zu bedenken - was dieser dann nicht tut, sondern einen neuen Beschluss fasst."

Profunde Fragestellungen der Kids

Viele der jungen Besucher waren bereits gestern in der Demokratiewerkstatt gewesen; sie kamen heute wieder, weil es ihnen so gut gefallen hatte und weil sie gern wieder an den Medienprojekten der Medienwerkstatt weitermachen wollten. Als erstes greifbares Produkt lag heute auch die erste Ausgabe der Zeitung "Demokratiewerkstatt aktuell" vor. Darin ist u.a. vom Wunsch des Bundespräsidenten zu lesen, eine der vier Leitfiguren, für die bis Juni des kommenden Jahres ein Name gefunden werden soll, nach Nationalratspräsidentin Prammer "Barbara" zu nennen - und dass diese sich gegen den Vorschlag ausgesprochen habe. Eine junge Mutter zeigte sich von ihrem Sprössling höchst überrascht: "Ich habe noch nie erlebt, dass er freiwillig in einem Lexikon geblättert hat." In der Medienwerkstatt war er kaum von einem Lexikon zu trennen.

Nicht nur im Interview mit Bundesratspräsident Erlitz kamen sehr grundlegende Fragen zur Sprache, auch sonst haben die Fragen, um die es - auch wenn Kinder Kinder interviewen - ging, eine Dimension, die man dem alltäglichen politischen Diskurs manchmal wünschen würde. Etwa die Fragen "Was ist eine Republik?" oder "Was heißt Demokratie?" Ob die "Demokratiewerkstatt" künftige PolitikerInnen produziert? Das lässt sich nicht sagen. Aber hoffentlich kritische Bürgerinnen und Bürger. (Schluss)

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